Donnerstag, 31. Dezember 2009

Achtung, Feuerwerk!


Heute ist es wieder soweit: der wahrscheinlich schlimmste Tag des Jahres für viele Vierbeiner steht an. Laute Knallkörper schallen durch den Abend- und Nachthimmel und versetzen so manchen Hund in Panik. Hier noch einige wichtige Tipps, wie Sie und Bello am besten bis zum 1. Januar durchhalten...
Lassen Sie am Abend alle Rolläden herunter und lassen Sie den Fernseher oder leise Musik laufen - natürlich keine Silvester-Sendungen in denen es genauso knallt wie vor Ihrem Fenster :) Wenn Ihr tierischer Mitbewohner Angst zeigt, dann bestärken Sie ihn nicht durch tröstende Worte, sondern sprechen Sie einfach ruhig und gelassen mit ihm und geben Sie ihm ein paar Streicheleinheiten. Auch das ein oder andere Gähnen Ihrerseits kann dazu beitragen, dass Bello weiß: kein Grund zur Panik, Frauchen ist schon richtig langweilig.
Wenn Ihr Hund am Abend noch einmal rausmuss, dann gehen Sie am besten so früh wie möglich. Der Vierbeiner sollte auf jeden Fall eine Marke am Halsband tragen, sollte er sich in einer Paniksituation doch irgendwie aus seinem Geschirr lösen können. Grundsätzlich gilt: an Silvester sollte Ihr tierischer Begleiter nicht ohne Leine laufen. Es gab schon viele Fälle, wo schon am frühen Abend oder am Nachmittag ein Böller Hunde zum Weglaufen brachte.
Bleiben Sie am Abend bei Ihrem Hund oder sorgen Sie für eine Betreuungsperson, zu der der Vierbeiner Vertrauen hat. Alkohlische Getränke und Partyspiele, wie z.B. Bleigießen sollten weit außerhalb der Reichweite von Struppi aufbewahrt werden.
So steht einer - möglichst - ruhigen Silvesternacht nichts mehr im Weg! Einen Guten Rutsch ins neue Jahr wünscht Ihnen und Ihren Vierbeinern
das Dog Blog Team

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Frohe Weihnachten für Bello und Co.


Liebe Leser des Dog Blog,

das Dog Blog Team bedankt sich ganz herzlich für Ihre Treue im Jahr 2009 :) Hoffentlich finden Sie auch 2010 einige Anregungen und Tipps an dieser Stelle. Heute wünschen wir Ihnen ein ganz tolles Weihnachtsfest und ein paar ruhige Feiertage.

Damit auch Bello den Abend gut übersteht, hier noch einige Last-Minute Tipps:

- Sagen Sie Ihren Besuchern, dass Schokolade und Co. nicht für Hundegaumen geeignet sind. Die meisten Schokoladenarten enthalten den für Hunde giftigen Stoff Theobromin!

- Wenn Sie nicht schon auf ein tierfreundliches Weihnachtsmenü umgestiegen sind (www.goveggie.de), dann ist auch für die Vierbeiner Vorsicht geboten: Gänse- und Hühnerknochen splittern leicht und können sich im Hals des Hundes festsetzen.

- Stellen Sie alkoholische Getränke gut gesichert außer Reichweite Ihres tierischen Mitbewohners.

- Vergessen Sie in aller Hektik Bello nicht hinter'm Weihnachtsbaum: selbst am 24. freut er sich über einen langen Spaziergang - vielleicht sogar durch Schnee :)

Wir hoffen, Sie und Ihre tierischen Begleiter haben ein paar schöne Tage und finden auch nächste Woche und im nächsten Jahr wieder Ihren Weg zu uns!

Ein frohes Fest!

Das Dog Blog Team

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Der Blaue Hund - Tipps für Eltern mit Kind und Hund


Heute gibt's mal wieder was zu gewinnen! Und zwar das Eltern-Begleitbuch "Der Blaue Hund" mit passender CD-Rom dazu.

Der "Blaue Hund" ist eine Zeichentrickfigur mit besonderer Mission. Er soll das Zusammennleben zwischen Kind und Hund harmonischer werden lassen und gefährliche Situationen von vorne herein ausschließen. Das Programm wurde von Tierärzten, Kinderärzten, Ethologen, Psychologen, Pädagogen und Künstlern zusammen entwickelt. In einer interaktiven Computer-Geschichte mit dem blauen Hund lernen Kinder mit ihren Eltern, wie man mit einem Hund am besten umgeht.

Die beiliegende Broschüre erklärt, dass Kinder doppelt so häufig von Hunden gebissen werden wie Erwachsene und dies meist vom eigenen oder einem vertrauten Hund. Häufig sind Hundebisse die Antwort auf das Verhalten des Kindes. Deshalb ist es sehr wichtig, Kindern spielerisch den richtigen Umgang mit dem Vierbeiner zu vermitteln. Denn schließlich leidet unter einer Bissverletzung nicht nur das betroffene Kind, sondern auch häufig der Hund, der aus Angst oder Unwissen ins Tierheim abgeschoben wird.

Kinder lernen mit dem blauen Hund, Situationen besser einzuschätzen und das Verhalten eines Hundes zu deuten. Wenn Sie also selbst Kinder und Hunde in Ihrer Familie haben oder Bekannte haben, in deren Familie es Vier- und Zweibeiner gibt, dann senden Sie einfach eine E-Mail an NadjaK@peta.de mit dem Betreff "Der Blaue Hund". Dem Gewinner wird das Elternbegleitbuch sowie die CD-Rom als extra Weihnachtsgeschenk zugeschickt.

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Letzte Chance: PETA sucht den tollsten geretteten Hund


Kommt Ihr Hund aus dem Tierheim oder aus einer Tötungsstation in Ausland? Ist er Ihrer Meinung nach der tollste Hund der Welt und würde er sich über eine Großpackung Leckerlis freuen? Dann nehmen Sie noch schnell an unserem Contest teil! PETA sucht unter http://www.peta.de/web/hundecontest.2677.html noch bis nächste Woche den "tollsten geretteten Hund"! Und auch für Sie springt etwas dabei raus: VOX-„Hundeprofi“ Martin Rütter hat uns zu diesem Zweck sein lustiges Buch „Mensch-Hund, Hund-Mensch“ sowie das Hörbuch „Hör mal Mensch, dein Hund“ zur Verfügung gestellt. Auf unterhaltsame Weise werden darin Verhaltensweisen von Hund und Mensch dargestellt, in denen sich jeder Hundefan mit einem großen Schmunzeln nur allzu gut wiederfindet.
Und als ob das nicht schon genug wäre, legt die Zeitschrift DOGStoday auch noch ein Jahresabo oben drauf, mit dem jeder Hundefreund über die neusten Tipps und Tricks rund um den Vierbeiner auf dem Laufenden gehalten wird.
Die Vorauswahl von fünf Hunden trifft DSDS-Jurymitglied Nina Eichinger - dann dürfen die Besucher der PETA-Homepage über den Sieger abstimmen! Ein toller Kalender von dogspot.de erwartet als Trostpreis die restlichen 4 Finalisten.
Also machen Sie mit und lassen Sie sich die Chance auf tolle Gewinne für Sie und Ihren Vierbeiner nicht entgehen!

Dienstag, 1. Dezember 2009

Charly – eine etwas andere Weihnachtsgeschichte



Dies ist eine Geschichte der engagierten Tierschützerin Kathrin Hansen, die auf ihrer Website www.hinsehen-statt-wegschauen.de hinter die Kulissen des Geschäfts "Welpenhandel" schaut. Vielen Dank!

Es war einmal... ein kleiner Welpe – geboren an einem grauen Novembertag auf einer großen Hundefarm mitten im Nirgendwo. Der kleine Welpe hatte noch 4 Geschwister; leise fiepend kauerten sie hungrig und frierend auf dem kalten Lehmboden in einer zugigen Hütte. Ihre Mama wanderte rastlos in dem Nebenzwinger hin und her, spürte den Hunger ihrer Kinder und das Verlangen nach Wärme... aber eine hohe Holzwand trennte sie unerbittlich von ihren Welpen.
Eines Tages packte der Farmer die Welpen und steckte sie in eine Kiste. Vor Schreck fingen der kleine Welpe und seine Geschwister laut an zu schreien, die Mutter nebenan bellte aufgeregt zurück... doch es half nichts, die Kiste wurde fest mit einem Deckel verschlossen. Ängstlich kauerten sich die Welpen aneinander, fielen immer wieder von einer Ecke in die andere. Plötzlich tat es einen Schlag und dann knallte eine Transportertür. Der kleine Welpe hockte vor Schreck ganz starr in der Kistenecke...
Stunde um Stunde vergingen, das laute Motorenbrummen machte dem kleinen Welpen Angst, der Gestank von Urin und Kot vermischte sich mit dem Gefühl von Hunger und Durst... nach ein paar Stunden war der kleine Welpe mit seinen Kräften fast am Ende. Er nahm kaum wahr, dass der Transporter endlich anhielt und die Tür sich öffnete. Grobe Hände griffen sich den kleinen Welpen. Wie ein Stück Fleisch wurde er rundherum begutachtet und dann in eine Gitterbox gepackt. Nach und nach kamen auch drei seiner anderen Geschwister dazu... der vierte wurde leblos aus der Kiste geholt und achtlos in einen Eimer geworfen... er hatte den Transport nicht überlebt.
Ein paar Stunden später – mittlerweile war es draußen hell geworden – wurde es plötzlich sehr turbulent: viele Menschen gingen vor der Box auf und ab, steckten ihre Finger durchs Gitter oder schoben ihr Gesicht ganz nah an die Welpen heran. Während sich seine Geschwister ängstlich in die Ecke zurückzogen, fand der kleine Welpe die wackelnden Finger ziemlich lustig. Neugierig schob er seine Pfote durch die Gitterbox. Die Menschen lachten ihn an und schon öffnete sich die Gittertür. Der kleine Welpe wurde auf den Arm eines kleinen Menschen gesetzt und das erste Mal in seinem Leben sanft gestreichelt. Erst blieb er stocksteif sitzen, während ihn immer mehr Menschenhände streichelten. Dann aber schnupperte er an dem Gesicht direkt über ihn... und damit hatte die Familie die Entscheidung getroffen: dieser kleine Welpe war das passende Weihnachtsgeschenk für das Töchterlein.
Stolz wurde der kleine Welpe nach Hause getragen. Während die Eltern das Weihnachtsfest vorbereiteten, spielte das kleine Mädchen mit dem kleinen Welpen, welchem sie den Namen Charly gab. Sie fütterte ihn mit Plätzchen, bot ihm Milch in ihrem Puppengeschirr an und probierte verschiedene Kleidchen an dem kleinen Welpen aus. Nicht lange und die Eltern riefen zur Bescherung. Voller Vorfreude rannte das kleine Mädchen zum Weihnachtsbaum, Charly wurde ihr hinterher getragen. Das kleine Mädchen hatte jetzt aber nur noch Augen für das heißersehnte neue elektronische Spielzeug. Charly spielte derweil im Hintergrund mit den bunten Geschenkbändern.
Später am Abend zeigte die ungewohnte Milch- und Keksmahlzeit bei Charly Wirkung, doch niemand beachtete den kleinen Welpen und so setzte er sein Geschäftchen mitten ins Geschenkpapier. Mit einem spitzen Schrei wurde Charly am Genick hochgerissen und geschüttelt. Das kleine Mädchen weinte und wendete sich angewidert ab. Die Mutter schimpfte über den ekelhaften Dreck und Gestank und stieß Charly mit einer groben Handbewegung in einen leeren Pappkarton. Charly verstand seine kleine Welt nicht mehr – eben noch heißbegehrtes Weihnachtsgeschenk, lag er nun allein in seiner kleinen Pappschachtel und fiepste ängstlich vor sich hin... nach einiger Zeit schlief er schließlich vor Erschöpfung ein.
Am nächsten Tag wurde er samt Schachtel wieder in den Laden zurückgebracht... zwei seiner Geschwister waren noch da und unsanft wurde er in die Gitterbox geworfen. Schnell krabbelte er zu den anderen hin... nun war er also wieder ein kleiner namenloser Welpe, der auf eine neue Familie wartete.
Und währenddessen wurden auf der Hundefarm im Nirgendwo wieder kleine Welpen geboren. Leise fiepend kauern sie hungrig und frierend auf dem kalten Lehmboden in einer zugigen Hütte...
… eine unendliche Geschichte!? SIE können etwas dagegen tun:
Bitte verschenken Sie keine Welpen zu Weihnachten!
Lebendige Tiere gehören nicht unter den Weihnachtsbaum!

Mittwoch, 25. November 2009

Das Schicksal der irischen "Rennhunde"


Dies ist ein Gastbeitrag von ARAN (Animal Rights Action Network Ireland) - vielen Dank für eure tolle Arbeit!

Jahr für Jahr werden über 20.000 Windhunde (greyhounds) in Irland gezüchtet. Die meisten von ihnen werden getötet, da sie nicht „gut genug“ sind, um sie in Rennen einsetzen zu können oder nachdem ihre „Karriere“ auf der Rennbahn beendet ist. Tausende von Welpen werden getötet noch bevor sie überhaupt ein Rennen gelaufen sind, weil sie die benötigen Standards nicht erfüllen. Die Existenz jeder der größten Rennbahnen in Irland ist für die Tötung hunderttausender Windhunde pro Jahr verantwortlich. Hinzu kommt, dass tausende Windhunde in Irland für die britische Rennindustrie gezüchtet und dann getötet werden, weil sie die Anforderungen nicht erfüllen.

Irische Greyhounds, die an Rennen teilnehmen, erleiden unzählige Unfälle und oft schlimme Verletzungen. In den vergangenen Jahren haben Medienberichte groß angelegte Schlachtungen von früheren „Rennhunden“ aufgedeckt. Oft werden die Tiere mit grausamen Methoden umgebracht und man fand schon ausgesetzte Greyhounds mit abgeschnittenen Ohren – so sollen Tätowierungen verschwinden, die Züchter, Besitzer oder Trainer bloßstellen würden. Davon abgesehen verursacht die Hunde-Rennindustrie auch den Tod unzähliger weiterer Hunde, da die früheren „Rennmaschinen“ ein neues Zuhause benötigen, in das sonst andere „ungewollte“ Hunden und Streuner aus Tierheimen vermittelt werden könnten. Diese Tiere müssen „eingeschläfert“ werden, weil es nicht genügend Plätze für sie gibt.

Um die massenhaften Tötungen und das Leid der Windhunde zu beenden, muss die kommerzielle Rennindustrie abgeschafft werden, wie es bereits in anderen Ländern der Fall ist. In der Zwischenzeit ist es unabdingbar, die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, keine Hunderennen zu besuchen oder Wetten abzugeben, um diese tierfeindliche Industrie nicht finanziell zu unterstützen. In Irland gibt es bereits viele engagierte Tierschützer, die Demonstrationen vor Rennbahnen abhalten und auf andere Weise auf den Schutz der Tiere aufmerksam machen. So arbeitet die Organisation Animal Rights Action Network (ARAN) in Irland beispielsweise schon seit Jahren an diesem Thema und hat vor kurzem eine Aktionswoche für Windhunde organisiert. Weitere Infos finden Sie unter http://www.aran.ie/.

Leider wird die Windhund-Rennindustrie auch von der irischen Regierung weiter am Leben gehalten, indem Millionen an Steuergeldern jedes Jahr in die Industrie fließen. Wahrscheinlich wird die Wirtschaftskrise diese Gelder eindämmen, so dass möglicherweise einige Bahnen aufgrund fehlender Geldmittel schließen werden.

Wenn Sie Urlaub in Irland oder anderen Ländern machen, in denen Hunderennen veranstaltet werden, dann bleiben Sie den Rennbahnen bitte fern! Bitten Sie Reiseveranstalter, diese Angebote aus ihrem Programm zu nehmen und klären Sie auch Ihre Freunde über die Problematik auf! Jedes nicht verkaufte Ticket zeigt den Veranstaltern der Rennbahnen, dass die Menschen keine tierfeindliche Unterhaltung wollen und brauchen!

Donnerstag, 12. November 2009

PETA trauert um Robert Enke


Uns allen fehlen die Worte, die unsere Trauer über den Verlust von Robert Enke beschreiben könnten. Aber wie auch soll man den tragischen Tod eines Spitzensportlers und herzlichen Menschen in Worte fassen, der mit so viel Herzblut auch für die Rechte der Tiere gekämpft hat?

Robert Enke hat PETA Deutschland e.V. in der Arbeit für die Tiere seit Jahren beispiellos unterstützt. Mit ihm gemeinsam konnten wir gegen die grausame Hunde- und Katzenpelzindustrie in China kämpfen und gegen das „kopflose“ Verschenken von Tieren als Weihnachtsgeschenke. Robert Enke hat zahlreiche Briefe für uns unterzeichnet , um diesen mehr Nachdruck bei den zuständigen Behörden zu verleihen. Sein Engagement für die Tiere ging aber noch weit darüber hinaus: Gemeinsam mit seiner Frau Teresa hat Robert Enke unzähligen Tieren das Leben gerettet. Neun ehemalige Streuner, die auch auf den mit PETA verwirklichten Robert Enke-Anzeigen zu sehen sind, leben seit Jahren bei der Familie.

Robert Enke sagte einmal: „Wenn ich durch meine Bekanntheit bewirken kann, dass die Menschen bei grausamen Themen nicht wegschauen, dann habe ich etwas geschafft“.

PETA wird Robert Enkes Herzlichkeit und sein großes Engagement für die Tiere schmerzlich vermissen. Er wird uns als Tier- und Menschenfreund ewig in Erinnerung bleiben.

Donnerstag, 5. November 2009

Die Angst, die Kontrolle zu verlieren



Dies ist ein Eintrag von Hundetrainerin und Autorin Clarissa von Reinhardt. Weitere Informationen finden Sie unter www.animal-learn.de!


Die Menschen glauben oft, die Basis einer guten Beziehung zwischen ihnen und ihrem Hund wäre, dass der Hund ihnen blind vertraue. Aber das stimmt nicht. Die Basis einer guten Beziehung ist, sich gegenseitig zu vertrauen.

Das erfordert natürlich zunächst, dem Hund eine eigene Persönlichkeit, verbunden mit entsprechen Persönlichkeitsrechten, zuzugestehen und das ist für viele Menschen sehr schwierig. Hunde sollen artig sein, das tun, was wir ihnen sagen und auf keinen Fall etwas tun, das wir unartig, peinlich, widerlich oder sonst irgendwie nicht gut finden. Und unsere Vorstellungen darüber, was wir alles „nicht gut“ finden, sind für einen Hund nicht immer leicht zu verstehen. Er soll sich nicht in Kuhscheiße wälzen, nicht das Kaminholz auf unserem Perserteppich zerkleinern, nicht in den Wald laufen und jagen – dabei sind all diese Dinge so wunderbar, findet er.

Nun gut, einiges können und sollten wir unserem Hund nicht erlauben. Es kann zu ernsthaften Problemen führen, wenn er Rehe hetzend durch den Wald jagt oder das Meerschweinchen des Nachbarn erlegt. Wir brauchen also eine gewisse Kontrolle über unseren Hund, um ihn steuern und lenken zu können. Aber warum ist es uns so wichtig, Hunde ständig zu kontrollieren. Ganze Trainingssysteme sind darauf aufgebaut, den Hund jederzeit unter Kontrolle zu haben. Er darf nur auf zugewiesenen Plätzen liegen, soll nicht zuerst durch die Tür gehen, darf nur auf Kommando fressen, einige Menschen gehen sogar so weit, dass sich der Hund nur auf ein bestimmtes Wort hin lösen darf. Es reicht nicht, wenn er irgendwie vor einem sitzt, nein, es muss in einem bestimmten Winkel sein. Wenn wir es ihm sagen, muss er sich sofort hinlegen – auch wenn der Boden kalt und matschig ist oder ihm das Ablegen aufgrund gesundheitlicher Probleme schwer fällt. Dort hat er dann zu liegen, bis wir ihm erlauben, wieder aufzustehen. Sonst wird er bestraft, denn schließlich muss er unter Kontrolle gehalten werden. Geht man so mit einem Freund um?

Machen wir einen Ausflug in die Humanpsychologie. Was wollen wir kontrollieren, was ist das Ziel dieser pedantischen Kontrolle? In der Regel kontrollieren wir das, was uns eigentlich Angst macht. Der, der uns Angst macht, soll genau das tun, was wir sagen – damit wir das Gefühl haben, ihn steuern zu können. Tatsächlich habe ich oft beobachtet, dass vor allem die Trainer und Hundehalter ihren Hund besonders streng und pedantisch führen, die ihn eigentlich fürchten, oftmals sogar eine tief sitzende generelle Angst vor Hunden haben.

Wenn wir unsere Hunde aber verstehen und ihnen vertrauen, dann brauchen wir sie nicht zu fürchten. Und wenn wir sie als Persönlichkeiten ernst nehmen, versteht es sich von selbst, dass wir ihnen eine Gefühls- und Gedankenwelt zugestehen, die der unseren in vielen Punkten ähnlich ist...

Montag, 26. Oktober 2009

Der Kong


Wie wir alle wissen, brauchen unsere vierbeinigen Gefährten jede Menge geistige und körperliche Beschäftigung, um am Ende des Tages glücklich und zufrieden ins Körbchen zu fallen. Dabei ist oft unser Einfallsreichtum gefragt! Vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten, die Spaß machen und überaus lecker sein können, bietet der Kong. Die aus Hartgummi bestehende quirlige Kugel mit dem Loch in der Mitte ist in allen denkbaren Farben und Größen erhältlich und schon seit langem der absolute Favorit unserer Hündin Luka. Hier einige „Einsatzmöglichkeiten“, die Luka wärmstens empfiehlt:
- Der Kong lässt sich toll befüllen, vor allem mit Trockennahrung. Wenn der Kong dann auf den Boden gerollt wird, verselbstständigt sich die Trockennahrung in alle Richtungen. Diese zu finden und einzusammeln macht mehr Spaß, als sie aus dem Napf zu essen.
- Der Kong lässt sich auch wunderbar verstecken (vorher mit Trockennahrung auffüllen). Das Auffinden fordert unsere „Spürnasen“ und kann solange wiederholt werden, bis die gesamte Mahlzeit verzehrt ist.
- Auch Erdnusscreme oder vegetarische Pasteten können den Kong attraktiver machen (mit einem Messer an den oberen inneren Rand des Kongs schmieren). Dies ist ein „Schleckerlebnis“ der besonderen Art und lässt unsere tierischen Weggefährten für Minuten in andere Sphären verschwinden.
- Ebenso kann auch Nassnahrung, die in den Kong getan wird, im Tiefkühlfach gefroren werden – hierbei verlängert sich die Zeit des „Schleckens“ um ein Vielfaches – ein zusätzliches Schwanzwedeln ist praktisch vorprogrammiert.
Luka nutzt den Kong aber auch einfach nur zum Spielen und wirft ihn quer durch unsere Wohnung. Bringen Sie daher Vasen, Lampen und andere Gegenstände in Sicherheit, denn auch Kongs können weit fliegen ...

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Der tut nix

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Foto: M. Grande

Diesen Satz trägt Hundeprofi Martin Rütter zwar auf seinem T-Shirt – er selbst tut allerdings eine ganze Menge! Neben seiner Show auf VOX, in der er gestörte Verhältnisse zwischen Zwei- und Vierbeinern wieder herstellt, ist das Showtalent jetzt auch wieder auf Tour mit seinem Programm „Hund – Deutsch, Deutsch – Hund“. Mit Witz, Charme und Fachwissen nimmt Martin Rütter sein Publikum mit auf eine Reise in den humorvollen Alltag zwischen Mensch und Hund.
Ist Bello zu stürmisch? Oder der Jogger nur intolerant? Ist Klingeln immer gleich Kläffen? Was ist das Zauberwort: Dressur? Erziehung? Oder doch Beziehung? Und wer trickst hier eigentlich wen aus?
„Rütter ist der geborene Entertainer, der sein Publikum lebendig und humorvoll mit den alltäglichen Problemen der Hundehaltung konfrontiert”, lobt ihn das „dogs magazin”
Martin Rütter widmet sich den alltäglichen Verständigungsschwierigkeiten zwischen Mensch und Hund. Viele amüsante Geschichten bescheren erfahrenen Hundehaltern, Hundeanfängern und Nichthundehaltern einen kurzweiligen und informativen Abend. Die Besucher dürfen sich auf humorvolle Übersetzungen vom „Hündischen” ins „Deutsche” freuen.

Alle Termine finden Sie unter:
www.ruetters-dogs.de

Freitag, 16. Oktober 2009

Schauspieler Mickey Rooney liebt Tiere

Mickey Rooney ist wahrscheinlich länger im Showbiz als all seine Hollywood-Kollegen - schon mit 15 Monaten stand er zum ersten Mal auf der Bühne. Später feierte er Erfolge mit Filmen wie Musik ist unsere Welt, Frühstück bei Tiffany, Elliot das Schmunzelmoster und Nachts im Museum. Sogar den Ehren-Oscar für sein Lebenswerk hat er im Jahr 1983 bekommen!

Nun setzt sich Mickey Rooney nach all den Jahren im Showgeschäft zusammen mit seiner Frau Jan für die Tiere ein und spricht sich in einem neuen PETA-Spot gegen Tierquälerei aus!

Mickey war schon immer ein großer Tierfreund – für seine Frau Jan war deshalb schnell klar, dass er der Mann ihres Herzens war. „Er liebte Tiere und Hunde und das hat mir das Herz aufgehen lassen. Ich wusste, dass er der Richtige für mich war“, erinnert sich Jan.

Doch die beiden blieben nicht lange alleine und nahmen einen in Not geratenen Hund und einen Ara bei sich auf. „Digby“ und „Cookie“. Mickey und Jan raten allen Menschen, die ein Tier bei sich aufnehmen können, im Tierheim nach einem neuen Begleiter zu suchen. Dort gibt es unzählige Vierbeiner, die auf ein neues Zuhause warten.

Sehen Sie sich das Video an und erfahren Sie, was Mickey und Jan mit ihren Tieren verbindet und was sie von Menschen halten, die Tiere quälen!

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Sandro

Dies ist ein Gastbeitrag von meiner lieben PETA-Kollegin Jenny - vielen Dank!


Sandro ist aufgeschlossen, verschmust und einfach total lieb. Man könnte nun sagen: ja, das sind doch die meisten Hunde. Wenn man aber bedenkt, dass Sandros Leben alles andere als schön war, bevor er zu uns kam, ist es doch was ganz Besonderes.

Als ich Sandro zum ersten Mal sah, saß er in einem Zwinger im Tierheim und war total apathisch. Er war zu dem Zeitpunkt 13 Jahre alt und hatte wohl die Hoffnung auf ein Zuhause aufgegeben. Als ich einen Pfleger auf Sandros Zustand ansprach, habe ich erfahren, dass er schwer leberkrank ist und der Tierarzt ihm noch ca. 6-8 Wochen gibt. Da wir schon zwei Hunde bei uns hatten, schlug ich vor, ihn als Pflegehund mitzunehmen. Die Tierheimleiterin und die Pfleger freuten sich sehr darüber, dass Sandro doch noch die Chance bekam, seine letzten Monate in einem richtigen Zuhause zu verbringen.

Unsere anderen Hunde akzeptierten den Neuankömmling sehr schnell und es gab keine Rangeleien. Das kam sicher auch daher, dass Sandro die ersten Tage völlig emotionslos auf einem Fleck lag und sich nur zum Gassigehen oder zur Essenszeit bewegte. Täglich bekam er eine Menge Tabletten für seine kaputte Leber und musste regelmäßig zur Kontrolle zum Tierarzt, wovor er große Angst hatte.

Aus Neugier und um sein Verhalten besser nachvollziehen zu können, forschte ich in Sandros Vergangenheit nach. Ich fand heraus, dass er vor seinem einjährigen Aufenthalt im Tierheim auf Mallorca gelebt hatte. Nun ja, leben kann man es nicht nennen… Nach Aussagen spanischer Tierschützer, die ihn nach Deutschland brachten, fand sein vorheriges Leben wohl über 10 Jahre lang an einer kurzen Kette mitten im Nirgendwo statt. Ohne Ansprache, ohne regelmäßig Nahrung und Wasser zu bekommen.

Da war uns klar, dass Sandro erst lernen musste, was es heißt zu leben.

Nach einigen Wochen konnten wir sehen, wie Sandro sein Verhalten änderte. Er fing an, mit dem Schwanz zu wedeln, wenn man ihn ansprach, und begann, sich generell für seine Umwelt zu interessieren. Nach einem halben Jahr schließlich war er so aufgeblüht, dass es ihm auch körperlich wieder besser ging. Die Leberwerte sind so gut geworden, dass er keine Medikamente mehr bekommen muss!

Sandro ist jetzt 15 Jahre alt und es geht im ausgezeichnet. Außer das die Hinterbeine etwas steif sind und er langsam erblindet, merkt man ihm sein Alter nicht an. Die einzige Erklärung, die der Tierarzt zu Sandros schneller Genesung hatte, war die Besserung seiner Psyche aufgrund dessen, dass er doch noch ein richtiges Zuhause gefunden hat. Und wir sind unendlich froh, ihn bei uns zu haben.

Haben auch Sie einen so außergewöhnlichen Hund wie Sandro bei sich aufgenommen? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

Freitag, 2. Oktober 2009

Der "Schnauzengriff"

Dieser Text stammt von Claudia Hauer, 1. Vorsitzende des TSV Welpennothilfe e. V. - vielen Dank für diese Anregung!

Momentan geistert ein alt-neues "Allheilmittel" durch die Hundeerziehungswelt: Der "Schnauzengriff". Da er in aller Munde zu sein scheint und ich selbst sehr vernünftige Menschen damit irgendwie "herumhantieren" sehe, möchte ich hier mal meine Beobachtungen und Sichtweise darlegen.
Ich beobachte schon seit längerem Hunde im Zusammenleben und der Aufzucht von und mit Welpen aller Altersklassen und vielerlei Rassen und deren Mischlinge. Im Grunde ist mein Heim nie ohne wenigstens einen Welpen, der in Not geraten ist. Vielleicht können meine Beobachtungen und die Rückschlüsse, die ich aufgrund dessen gewonnen habe, einigen "Schnauzengreifern" Denkanstösse vermitteln oder Menschen gar nicht erst zu "Schnauzengreifern" werden lassen.
Zunächst einmal für die Ahnungslosen: Was ist eigentlich ein Schnauzgriff?
In den Hundeschulen wird der Schnauzgriff als Griff von oben über die Schnauze mit mehr oder weniger großen Druck (je nach Veranlagung und Brutalität des Hundetrainers) gegen die Lefzen auf die darunter liegenden Zähne gelehrt. Einige Trainer meinen, bei einem "erfolgreich" und korrekt ausgeführten Schnauzengriff müsse der Welpe laut aufschreien, denn nur so sei es richtig. Ich persönlich stufe den Schnauzengriff als körperlichen Übergriff auf ein empfindliches und äußerst sensibles Körperteil des Hundes, nämlich den Fang, ein.
Abgeleitet wird der Schnauzengriff von etwaigen Beobachtungen der Mutterhündin mit ihren Welpen. Im Internet offenbaren sich Horror-Szenarien und Beschreibungen. Es heißt beispielsweise: "Die Mutter geht mit ihrem Fang quer über die Schnauze ihrer Jungen und beißt oder kneift kurz zu."
Meine Güte, was ist das für eine Brutalität in der Aufzucht! Gar nicht auszudenken, was bei einer derartigen wochenlangen Aufzucht und Maßregelungen für Hunde entstehen! Ich habe im Zusammenleben von Hunden mit Welpen noch nie eine Hündin gesehen, die ihren Jungen in den Fang beißt - noch nie! Im Gegenteil, die Hündin ist zumeist äußerst geduldig und ihren Nerven weitaus strapazierfähig.
Ich kann bestätigen: Es gibt ein "Über-den-Fang-Greifen". Es ist jedoch eher ein sanftes, nachdrückliches "Stupsen", wenn die erste ebenfalls sanfte Verwarnung oder der Versuch des Abdrängens der Welpen, z. B. von den Zitzen nicht ausreicht. Oft kommt vorher ein Knurren und der Welpe hat zunächst noch einmal die Chance, selbst zu reagieren. Erst wenn die Welpen ca. 7 Wochen alt sind und mitunter etwas zu energiegeladen ältere Gruppen-Mitglieder belästigen, wird der Schnauzengriff schon mal energischer, jedoch keinesfalls so, dass der Welpe laut und massiv und nachhaltig aufschreit.
Irgendwann im Verlaufe der Zeit werden die Schnauzgriffe immer seltener und es reichen zumeist die ganz normalen altbekannten innerartlichen Kommunikationsmittel. Es ist albern und absurd, Ihren fast erwachsenen oder erwachsenen Hund mit einem Schnauzengriff zu maßregeln. Mal ehrlich, würden Sie Ihren Ehemann oder Ihre Ehefrau auch mit Stuben-Arrest oder Fernseh-Verbot belegen?

Es ärgert mich immens, wenn Leute, die noch niemals Mutter und Welpen aufgezogen und beobachtet haben, vorschnell solche Erziehungsmittel übernehmen, anderen kluge Ratschläge erteilen und dann auch noch tönen: Das macht doch die Mutterhündin auch so mit ihren Welpen. Bitte fragen Sie künftig diese Leute, die Ihnen zum Schnauzengriff raten, woher sie ihre Erfahrungen beziehen. Wieviele Welpen mit ihren Müttern sie schon in der kompletten Zeit der Aufzucht beobachtet haben? Fragen Sie nach!
Mehrere Probleme gibt es, über die die "Schnauzengreifer" nachdenken sollten:
Der Schnauzengriff wird von der Mutter nach meinen Beobachtungen stets nur dann eingesetzt, wenn etwas "zuviel" oder "übermäßig" ist, insbesondere beim Erlangen der Zitzen, bei all zu stürmischen, aufdringlichen Spiel u. ä. Niemals habe ich das Über-den-Fang-greifen beobachten können, weil ein Hund nicht richtig "Sitz" macht oder in der Tierarztpraxis nicht brav neben mir sitzen bleibt. Der Schnauzengriff ist also KEIN Korrekturmittel für unerwünschtes Verhalten, sondern er dämpft vielmehr einen situationsbezogenen Überschwang.
Wenn Sie den Schnauzengriff bei Ihrem erwachsenen Hund einsetzen, so bitte ich Sie, mal darüber nachzudenken, wie oft Sie selbst den praktizierten Schnauzengriff bei erwachsenen Hunden beobachten konnten? Gar nicht oder äußerst selten? Aha, und warum glauben Sie, dass dies das geeignete Korrekturmittel für Ihren Hund ist?
Schnauzenspielereien, Schnauzenzärtlichkeiten sind übrigens etwas völlig anderes als der Schnauzengriff …
Ich oute mich an dieser Stelle als "Anti-Schnauzen-Greifer". Ich bin keine "Mutter-Hündin" und bilde mir weder ein, den richtigen Zeitpunkt für einen Schnauzengriff zu kennen, noch den richtigen Druck auszuüben. Ich bin nämlich nur ein Mensch.
Mit welcher Arroganz wir gerade in der Hundeerziehung Mittel aus dem innerartilichen Repertoire übernehmen, ist unglaublich. Wir erdreisten uns, unsere Hunde mit Schnauzengriff und Alphawurf zu belegen und lassen aber diejenigen Hunde sofort einschläfern, die mit ebensolchen innerartlichen Mitteln (Aggression) antworten oder sich dagegen zu wehren versuchen. Wie absurd ist das denn? Mit Fairness hat das nichts zu tun und mit Vertrauen, Bindung und Sicherheit erst recht nicht.

Freitag, 25. September 2009

Trainiere die Konzentration und Geduld deines Hundes: Das Wartespiel


Diese Idee habe ich auf der Seite www.sleepydog.de gefunden - da wir regelmäßig von vergifteten Hunden hören, die auf der Straße Rattengift und andere Köder aufgenommen haben, hielt ich diesen Vorschlag für eine gute Idee!


Setze deinen Hund mit dem Sitzkommando vor oder neben dich ab. Lege ein Leckerchen gut sichtbar für den Hund vor dir auf den Boden.

Steht dein Hund auf, um es sich zu nehmen, stelle deinen Fuß auf das Leckerchen, so dass er keinen Erfolg hat. Setze ihn dann erneut an seine zugewiesene Stelle und gebe das Leckerchen wieder frei.

Dein Hund wird nun vermutlich das Leckerchen anschauen. Warte solange, bis dein Hund sich abwendet, und dich anschaut. Tut er dies, gibst du ihm ein Freikommando bsp. "OK" oder "Nimm" und er darf sich das Leckerchen nehmen. Wiederhole diese Übung mehrfach und dehne den Zeitraum zwischen angucken und Freikommando langsam aus.

Du kannst diese Übung auch variieren, indem du bei der Futtervergabe, den Napf hinstellst und deinen Hund solange warten läßt, bis er dich anschaut. Klappt diese Übung im Haus, dann übe auch draußen.

Ziel ist es, dass dein Hund keine fressbaren Dinge vom Boden aufnimmt, ohne dass du dies erlaubst. Das Spiel ist also nicht nur ein Geduldsspiel, sondern sichert auch die Gesundheit deines Hundes, denn nicht alle essbaren Dinge in der Natur sind gut für deinen Hund.

Viel Spaß beim Üben!

Dienstag, 15. September 2009

Tierquäler von Bünde gefasst


Es muss ein schrecklicher Anblick gewesen sein: eine Schäferhündin liegt mit ihrer Leine an einen Baum gebunden tot da. Um ihre Schnauze hatte der Täter Folie gewickelt, die Nasenlöcher aber freigelassen. Die Hündin muss lange gekämpft haben, bevor sie schließlich qualvoll erstickte.

Obwohl wir hier bei PETA Deutschland e.V. fast täglich mit schlimmer Tierquälerei konfrontiert werden, hat uns dieser Fall besonders erschüttert. Als wir vergangene Woche erfuhren, auf welch grausame Weise der Tierquäler in der Nähe von Bielefeld sich seiner Hündin „entledigen“ wollte, wurden wir umgehend aktiv. Nach Absprache mit der Polizei setzten wir eine Belohung zur Ergreifung des Täters aus. Örtliche Tierschützer wurden ebenfalls tätig, die Belohung wurde aufgestockt und schon zwei Tage später die Nachricht: der Täter wurde ermittelt und ist geständig. Ein 23-jähriger Mann gab an, das Tier aus einer „Kurzschlusshandlung“ heraus umgebracht zu haben. Da er jedoch erst mit dem Fahrrad an den Tatort gefahren war und außerdem die Folie zur Tötung der Schäferhündin dabei hatte, wird die Staatsanwaltschaft hoffentlich auch erkennen, dass es sich hierbei um eine geplante Tat handelte. Für dieses Tier ist es leider schon zu spät, aber andere konnten vielleicht vor einem solch grausamen Täter bewahrt werden. Zahlreiche Studien haben außerdem bereits gezeigt, dass Menschen, die grausam zu Tieren sind, es häufig nicht dabei belassen... www.peta.de/staatsanwalt

Donnerstag, 10. September 2009

Gefahren in Wald und Flur - Haustierabschuss durch Jäger in Deutschland


Jedes Jahr erreichen uns unzählige Meldungen über den Abschuss von Hunden und Katzen durch die Jägerschaft. Da es keine bundesweite Meldepflicht gibt, wie viele Katzen und Hunde von Jägern erschossen werden, gibt es auch keine offiziellen Zahlen darüber.

Schätzungsweise werden jährlich etwa 400.000 Katzen und 65.000 Hunde von Jägern erschossen. Das Bundesland Nordrhein Westfalen meldete in einem Jagdjahr 17.895 getötete Katzen, allerdings ist davon auszugehen, dass nicht alle Jäger ihre Abschüsse vollständig melden.

Dies beweist unter anderem ein Fall, in dem ein Jäger durch Strafanzeige von PETA Deutschland e.V. zunächst zu einer Geldstrafe von 4000 € verurteilt wurde – erstinstanzlich: im Herbst 2004 erschoss er einen Border Collie, der mit „Frauchen und Herrchen“ auf einem öffentlichen Weg spazieren ging. Besonders deutlich waren die Worte des Amtsrichters an den Jäger: „Sie haben im Wald nichts verloren und man kann nur begrüßen, dass man Ihnen den Jagdausübungsberechtigungsschein entzogen hat.“ (Az. 16 Js 445/04 Staatsanwaltschaft Bielefeld). Auf die Berufung des Jägers hin hob das Landgericht Bielefeld dieses Urteil allerdings auf und stellte das Verfahren gegen Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 500 Euro ein – der Jäger wurde trotz eindeutiger Tat wieder auf die Menschheit losgelassen. Dennoch wurde ein Strafbefehl gegen ihn wg. versuchter Nötigung in Höhe von 800 Euro 2005 rechtskräftig.
Warum schießen Jäger auf Katzen und Hunde? Anscheinend haben Jäger Angst, die Tiere könnten jagdbares Wild reißen, was wiederum die Strecke der Jäger um einige Wildtiere schmälern würde. Es scheint hier der Beuteneid vorzuherrschen: was die Katze tötet, kann der Jäger nicht mehr abschießen. Auch wird immer wieder behauptet, man müsse wildernde Katzen töten, um den Bestand der Singvögel zu retten. Seltene Singvögel leben hauptsächlich in Gärten und Parks. In Berlin leben z.B. 2/3 aller Vogelarten, die es in Deutschland gibt. Gleichzeitig gibt es nach Angaben des dortigen Tierschutzvereins zwischen 40.000 und 100.000 streunende Katzen. Bisher belegt keine wissenschaftliche Untersuchung den negativen Einfluss von streunenden Katzen auf Singvögel.

Eine Katze gilt bereits dann als wildernd, wenn sie je nach Bundesland 200 bis 500 Meter vom nächsten Haus entfernt ist. Ob sie tatsächlich einem Wildtier nachjagt, ist dabei völlig egal. Hunde, die nicht angeleint waren, wurden bereits in unmittelbarer Nähe ihres Menschen erschossen.

Da das Töten von Katzen und Hunden durch Jäger in der breiten Bevölkerung auf Ablehnung stößt, teilen die Jäger in der Regel auch nicht mit, ob, wann und wo sie ein Tier erschossen haben. Stattdessen lassen sie die toten Tiere verschwinden. Eine Katze könnte beispielsweise „legal entsorgt“ werden, wäre das Tier 50 cm tief vergraben oder in der Tierkörperbeseitigungsanstalt abgegeben worden. Berichten zufolge werden die Vierbeiner jedoch oftmals am Straßenrand „entsorgt“ und sogar noch einmal überfahren, um einen Unfalltod vorzutäuschen. Manche Jäger geben die Katze einem Falkner, der das Tier komplett verfüttert.

Beim Jagen von Katzen und Hunden geht es den Jägern nicht um Wild-, Arten-, Umwelt- oder Tierschutz, sondern rein um den Schutz der Jagd, um den Erhalt ihrer eigenen Jagdbeute und die Lustbefriedigung am Töten von Lebewesen. Dies zeigt schon die Tatsache, dass das Töten von Haustieren im Bundesjagdgesetz unter „Jagdschutz“ aufgeführt ist.

Dienstag, 1. September 2009

Botulismus – echte Gefahr oder doch bloß Spinnerei?


Vor einigen Wochen erreichte mich eine Nachricht einer Unterstützerin, die berichtete, dass ihre beiden Hunde an Botulismus gestorben seien. Zuerst wurden die Gliedmaßen der beiden immer steifer und schon bald konnten sie kaum noch gehen. Sie brachte die Mischlinge sofort zum Tierarzt, ohne zu ahnen, an welcher Erkrankung sie leiden könnten. Beim Tierarzt angekommen wurde ihr nach einiger Zeit gesagt, es handele sich um Botulismus und die Chancen der Jungs stünden nicht gerade gut. Schon am nächsten Tag mussten ihrem Schreiben zufolge beide Hunde in ein künstliches Koma versetzt werden und starben kurz darauf.

Dieser Bericht hat mich aus zwei Gründen schockiert: 1., weil zwei wundervolle junge Hunde plötzlich sterben mussten. Und 2., weil ich gar nicht darüber Bescheid wusste, wie gefährlich Botulismus für Hunde sein kann. Ich rief einen Kollegen hier bei PETA an und er konnte mir alles Mögliche über Botulismus bei Enten erzählen, kannte sich mit Botulismus bei Hunden aber ebenfalls nicht aus. Also durchstöberte ich das Internet, stieß aber hauptsächlich auf Forenbeiträge über weitere ähnliche Vorfälle.

Daraufhin rief ich zwei Tierärzte an und beide sagten mir grundsätzlich das Gleiche: Hunde können theoretisch an den Folgen von Botulismus sterben, dies kommt allerdings sehr, sehr selten vor. Die beiden Ärzte hatten in ihrer gesamten Laufbahn bisher einen, bzw. keinen Fall von Botulismus in ihrer Praxis. Unmöglich ist es jedoch nicht! Deshalb sollten wir Menschen so gut wie möglich dafür sorgen, dass unsere vierbeinigen Gefährten keine Tierleichen während des Spaziergangs mitgehen lassen – die Botulismus-Bakterien kommen häufig bei wilden Vögeln vor – und darauf achten, ob Futterdosen möglicherweise einen gewölbten Deckel haben, der auf Gasbildung schließen lässt. Auch darin können sich die Bakterien verstecken.

Am häufigsten tritt Botulismus in den heißen Sommermonaten auf und nach der Aufnahme kann es nur einige Stunden oder auch mehrere Tage dauern, bis die ersten Symptome erkennbar werden. Meist versteifen sich zuerst die Beine des Hundes, dann andere Körperteile und schließlich fällt die Atmung immer schwerer. Sollten Sie eines dieser Anzeichen bei Ihrem Vierbeiner entdecken, bringen Sie ihn bitte sofort zum Tierarzt um sicher zu gehen. Da die Krankheit nur sehr selten auftritt, sollten Sie Ihren Tierarzt vielleicht direkt nach dieser Möglichkeit fragen.

Berichte, denen zufolge Hunde die Bakterien aus Gülle auf Feldern aufgenommen haben sollen, sind dagegen eher unwahrscheinlich: bei Botulismus kommt es größtenteils auf die aufgenommene Menge der Bakterien an. Ein Hund müsste also im Fall von Gülle eine große Menge essen, um sich zu infizieren. Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber die meisten Hunde, die ich kenne, schnuppern, wälzen sich und gehen weiter...

Unterm Strich kann man also sagen, dass Hunde scheinbar nicht besonders anfällig für Botulismus sind. Wenn sie sich aber wirklich anstecken, dann kann die Krankheit extrem gefährlich sein. Behalten Sie es also im Hinterkopf und schützen Sie Ihren Vierbeiner so gut wie möglich.
Sollten Sie andere Informationen zum Thema Botulismus gesammelt haben, freuen wir uns natürlich über weiteres Material!

Mittwoch, 26. August 2009

Eine Welt außer Reichweite – „Kettenhunde“


Wenn wir die denkbar grausamste Strafe für einen Hund erfinden müssten, so wäre es wahrscheinlich die „Einzelhaft“. Hunde sind Rudeltiere und brauchen die Gesellschaft von anderen. Noch immer gibt es viele Menschen, die ihre Hunde im Freien an der Kette halten. Oftmals ist ihnen nicht klar, wie viel es einem Hund bedeutet, wenn er gekrault wird, man mit ihm spielt und ihn als vollwertiges Familienmitglied mit ins Haus nimmt. Hier finden Sie einige Tipps, wie Sie handeln können, wenn Sie auf einen „Kettenhund“ stoßen:

1. Versuchen Sie zuerst, mit den Haltern des Hundes ins Gespräch zu kommen. Machen Sie ihnen auf ruhige und höfliche Weise klar, dass ein Hund nicht alleine leben möchte, Kontakt zu Menschen und anderen Hunden und vor allem viel Bewegung und Zuwendung braucht. Vielleicht können Sie gemeinsame Spaziergänge mit Ihnen und Ihrem Hund anbieten?

2. Prüfen Sie, ob die Haltung des Hundes überhaupt zulässig ist. Es gibt in Deutschland die „Bundesverordnung zur Haltung von Hunden“, die unter anderem vorschreibt, wie die Haltung von Hunden im Freien aussehen muss, welche Art Hütte Vorschrift ist, um das Tier im Sommer vor Hitze, im Winter vor Kälte zu schützen usw.

3. Worauf Sie auch achten sollten ist, ob der Hund ausreichend mit Nahrung und Wasser versorgt wird oder vielleicht krank ist. Im Sommer muss dem Hund sehr viel Flüssigkeit zur Verfügung stehen und vor allem ein kühles, schattiges Plätzchen! Sonst kann es schnell passieren, dass der Vierbeiner einen Hitzeschlag erleidet, was bis zum Tod führen kann. Im Winter kann das Trinkwasser schnell gefrieren. Hunden muss aber ständig Trinkwasser zur Verfügung stehen!

Wenn ein Hund gezwungen ist, zwischen seinen eigenen Ausscheidungen zu leben – was er im Normalfall niemals tun würde – kann es zu Fliegenbefall kommen. Fliegen können ihre Eier beispielsweise in den Ohren des Hundes ablegen, was dazu führen kann, dass Maden den Hund wortwörtlich anfressen!

Das Leben an der Kette ist für einen Hund ein tristes und trauriges Leben. Ein Hund möchte rennen, schnüffeln, spielen und kuscheln. Wenn Sie möglicherweise selbst darüber nachdenken, Ihren Hund an der Kette zu halten, verwerfen Sie diesen Gedanken bitte sofort wieder! Wenn Sie oder ein Bekannter Probleme mit dem Verhalten Ihres Hundes haben, dann kann das auch an Ihnen liegen, nicht nur an dem Tier – besuchen Sie also eine gute Hundeschule und bestrafen Sie Bello nicht für etwas, das er nicht getan hat. Auch übermäßiges Bellen hat ernstzunehmende Hintergründe – mit einer „Abschiebung“ in den Zwinger erreichen Sie höchstens das Gegenteil. Suchen Sie nach den Hintergründen: dann steht einer spannenden und fröhlichen Zeit zu zweit nichts mehr im Weg!

Die rechtlichen Vorschriften zur Haltung von Hunden finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unter http://www.bmelv.de/cln_093/SharedDocs/Rechtsgrundlagen/T/Tierschutz-HundeVO.html

Mittwoch, 19. August 2009

Let them investigate!


Diesen Satz hörte ich zum ersten Mal auf einem Seminar von Turid Rugaas. Er bedeutet so viel wie „Lasst sie etwas untersuchen, lasst sie selbst etwas herausfinden“. Dazu zeigte Turid Rugaas ein Dia von ihrem Schäferhund, der zusammen mit ihrer Tochter und ihren Enkeln Geschenke unter dem Weihnachtsbaum auspackte. Was für ein Bild! Ja, genau, let them investigate.

Seitdem dürfen meine Hunde grundsätzlich alles anschauen und untersuchen, das für sie ungefährlich ist und das auch nicht kaputt geht, wenn eine Hundenase vorsichtig daran schnüffelt, was übrigens für die meisten Dinge gilt.

Wenn ich mit einem Einkaufskorb voller Lebensmittel und Dinge nach Hause komme und diesen kurz abstelle, um mir die Jacke auszuziehen, dürfen meine Hunde daran schnüffeln. Früher hätte ich gleich „Nein!“ gesagt und sie weggeschickt, heute nicht mehr. Sie dürfen schnüffeln. Warum denn nicht?! Hunde sind soooo neugierig. Sie lieben es, Dinge zu untersuchen oder auch etwas auszupacken, um herauszufinden, was sich zum Beispiel in einer Schachtel oder einem Korb verbirgt. Probieren Sie es aus. Sie werden überrascht sein, wie interessiert – und vorsichtig – Hunde dabei sind. Ist Ihr Hund zum Beispiel anfangs zu stürmisch, sprechen Sie ihn einfach ruhig an und sagen Sie ihm, dass er schnüffeln, aber nichts herausnehmen darf. Er versteht das. Ich habe noch keinen Hund erlebt, der das nicht auf anhieb verstanden hätte.

Haben Sie Ihrem Hund schon einmal ein richtig eingepacktes Geschenk gegeben? Nein? Tun Sie es. Es macht Spaß. Sowohl Ihrem Hund, als auch Ihnen. Nehmen Sie einen Karton, packen Sie einen Knochen mit viel zerknülltem Zeitungspapier hinein und schlagen Sie alles in Zeitungspapier ein. Sie können auch eine locker gebundene Schleife drum herum binden, die der Hund einfach lösen kann. Lassen Sie ihn selbst herausfinden, was er mit diesem Paket anstellen kann.

Abgesehen von dem Spaß, den Sie beide dabei haben werden, stärken Sie so das Selbstbewusstsein Ihres Hundes, helfen bei der Entwicklung seiner geistigen Fähigkeiten und schaffen so die Basis einer guten Beziehung zwischen sich und Ihrem Hund, denn ein Hund, der keine eigenen Ideen entwickeln darf, dem es nie erlaubt ist, eigenständige Entscheidungen zu treffen und der ständig von seinem Besitzer kontrolliert wird, kann logischer Weise nur sehr wenig Selbstsicherheit entwickeln, da ihm die hierfür wichtigen Erfahrungen fehlen. Somit bleibt er lebenslänglich abhängig von seinem Menschen, weil er nicht über ausreichende Erfahrungswerte verfügt, um selber Lösungswege zu finden. Kommt er also in schwierige Situation, bleibt er nicht ruhig, souverän und gelassen, sondern neigt zu überschießenden Reaktionen.

Der traurigste Anblick ist für mich ein Hund, der sich in der so genannten „erlernten Hilflosigkeit“ befindet. Solch ein Hund ist so häufig reglementiert, ermahnt und bestraft worden, dass er keine Eigeninitiative mehr ergreift. Die Halter eines solchen Hundes glauben oft, ihr Tier sei eben besonders artig, weil es immer schön an ihrer Seite neben ihnen läuft. Aber schauen Sie einem solchen Hund in die Augen. Kein Glanz, keine Lebensfreude. Immer nur fragend, „Darf ich das? Was soll ich tun? Was erwartest Du? Mache ich auch keinen Fehler?“ Furchtbar.

Stellen Sie sich diesen Hund als tollpatschigen Welpen vor, der neugierig und voller Vertrauen die Welt erkundet. Er will alles kennen lernen, Erfahrungen sammeln – und das muss er auch! Nur so kann er lernen und Selbstbewusstsein entwickeln. Dabei ist es elementar wichtig, dass er eigene Erfahrungen machen darf und weder überbehütet noch mit Kommandos überfrachtet aufwächst. Warum? Sie haben bestimmt schon mal die strahlenden Augen eines Kindes gesehen, dass eine Aufgabe zum ersten Mal selbständig löst. Wie stolz und glücklich es ist – und an Umweltsicherheit und Selbstsicherheit gewinnt. Es ist eine gänzliche andere Erfahrung etwas selbst herauszufinden, statt es erklärt zu bekommen. Diese Erfahrung gräbt sich tief in das Gedächtnis ein. Ebenso geht es unseren Hunden. Also, let them investigate.

Dies ist ein Gasteintrag von Autorin und Hundeexpertin Clarissa von Reinhardt. Vielen Dank für die tollen Ideen! Weitere Informationen finden Sie unter www.animal-learn.de

Mittwoch, 12. August 2009

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Schlauste im ganzen Land?


Nun ist das, was Hundefreunde weltweit schon lange Zeit wussten, auch endlich amtlich: Hunde sind wesentlich intelligenter als vielerorts vermutet!

Der Ausspruch „du dummer Hund“ ist wohl kaum angebracht bei einem Lebewesen, das Forschern der University of British Columbia zufolge, etwa die geistigen Fähigkeiten eines zweieinhalbjährigen Kindes besitzt!

Der Psychologe Stanley Coren sagte auf der Jahrestagung der American Psychological Association in Toronto, Hunde seien dem Menschen in ihrer geistigen Leistungsfähigkeit ähnlicher als bislang gedacht, wie Spiegel Online berichtet. Sie können demnach zählen, betrügen und bis zu 250 Wörter unterscheiden. Die Forscher fanden sogar heraus, dass die Vierbeiner Strategien entwickeln, um ihre Artgenossen oder Menschen zu täuschen – keine wirkliche Neuheit für jeden Hundefreund, der durch die typischen „Bello-Strategien“ unzähliger Leckerlis beraubt wurde!

Die Intelligenz von Hunden setzt sich laut der Forscher aus drei Teilen zusammen: Instinkt (angeborenes Verhalten), adaptive Intelligenz (wie gut der Hund von seiner Umwelt lernt, um Probleme zu lösen) und Gehorsam (eine Art schulisches Lernen).

Und noch etwas: scheinbar gibt es sogar Unterschiede, was die Intelligenz bestimmter „Rassen“ anbelangt: so ist der Border Collie der Einstein unter den Hunden, gefolgt vom Pudel und dem deutschen Schäferhund – nun stellen Sie sich doch nur einmal vor, sie hätten einen tollen Mischling aus dem Tierheim, der sicher auch jede Menge von Border Collie und Co. mitbekommen hat: wer da wen erzieht, ist sicher die Frage…

Mittwoch, 5. August 2009

Muffy taucht nach 9 Jahren wieder auf


Eine unglaubliche Geschichte hat sich vorletzte Woche in Australien ereignet: die Mischlingshündin „Muffy“ ist nach 9 Jahren, in denen sie spurlos verschwunden war, auf einmal wieder aufgetaucht. In Melbourne, ganze 2000km von ihrem Heimatort Brisbane entfernt, wurde die Hündin in einem schlechten Zustand in einem Hinterhof aufgefunden, wo sie auf einem Stapel Kartons schlief. Die Besitzer der Grundstücks sagten, das Tier sei ihnen ca. 1 Jahr vorher zugelaufen und werde seitdem von ihnen versorgt – was Muffy in den vorangegangenen 8 Jahren getan hat, bleibt allerdings unklar.

Sehen Sie Muffys Foto unter http://www.abendblatt.de/vermischtes/article1117589/Entlaufene-Huendin-nach-neun-Jahren-wieder-da.html

Muffy war ihrer Familie entlaufen, als ihre beste Menschenfreundin Chloe erst acht war. Die freut sich jetzt natürlich umso mehr, die geliebte Hündin – deren Zuhause durch einen eingesetzten Chip auffindbar war - wiederzusehen. Und hoffentlich wird auch Muffy sich schnell wieder einleben.

Passen Sie also immer gut auf Ihre Lieblinge auf, lassen Sie sie registrieren und stellen Sie sicher, dass keine Reise des Vierbeiners ganze 9 Jahre dauert!

Donnerstag, 30. Juli 2009

'Sugar' Shane Mosley im Ring gegen Hundekämpfe



"Sugar" Shane Mosley, derzeitiger Weltmeister im Weltergewicht-Boxen, ist im Ring zwar ein knallharter Gegner, was Hunde angeht, zeigt sich “Sugar” allerdings so süß wie sein Spitzname vermuten lässt. Er hat sich eine Auszeit im Trainingscamp „Big Bear“ in Kalifornien genommen und für PETA USA eine Anzeige zum Thema Hundekämpfe aufgenommen, in dem Shane seine Fans daran erinnert, dass Hundekämpfe was für Verlierer sind.

Foto: Tahitia Hicks für PETA

Klicken Sie hier, um das Video auf PETA TV zu sehen.

Shane erklärt in dem kurzen Spot, dass Boxer freiwillig kämpfen, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen – Hunde hingegen haben keine Chance. Sie werden zwischen den Kämpfen in der Regel unter beengten und nicht artgerechten Bedingungen gehalten – die schlimmste Strafe für ein soziales Tier, das sich nichts mehr wünscht, als einen Begleiter und etwas Unterhaltung. Um die Hunde „scharf zu machen“, lassen die Veranstalter die Hunde zusätzlich oft hungern, schlagen und reizen sie und nutzen kleinere Tiere als „Köder“.

Die Hunde, die die Kämpfe überleben, tragen oft schwere Verletzungen wie Knochenbrüche oder zerquetschten Knorpel davon. Manche verlieren so viel Blut, dass sie daran sterben oder erliegen dem Schock, der Dehydrierung, Erschöpfung oder einer entzündeten Wunde noch Tage nach dem eigentlichen Kampf. Die „Verlierer“ werden oft auf bestialische Weise getötet.

Hundekämpfe sind in Deutschland strengstens verboten – und dennoch finden sie illegalerweise statt.
Bitte sehen Sie niemals weg, wenn Sie derartige Gewalttaten vermuten!

Donnerstag, 23. Juli 2009

Wenn der Postmann zwei Mal klingelt...



Dies ist ein Gastbeitrag von "Hundeprofi" Martin Rütter. Sein neues Buch, "Hund-Deutsch, Deutsch-Hund" sowie Tourtermine finden Sie unter http://www.ruetters-dogs.de/. Vielen Dank!

Foto: grande-fotografie.de


Viele Hunde rennen bellend zur Tür, wenn es klingelt oder wenn sie den Postboten an der Tür wahrnehmen. Dieses Verhalten finden die meisten Menschen noch angenehm, schließlich soll ein eventuell kommender Einbrecher dadurch abgeschreckt werden. Betritt der Besuch aber dann das Haus, soll der Hund diesen freundlich wedelnd begrüßen, schließlich hat der Mensch ja die Tür geöffnet und dem Hund damit signalisiert, dass dieser Besuch willkommen ist.

Viele Hunde bellen aber weiterhin, wenn der Besuch das Haus betritt. Da wird der Besucher misstrauisch beäugt und jede Bewegung wird mit einem leisen Knurren kommentiert. Im schlimmsten Fall darf der Besucher sich gar nicht mehr bewegen, der arglose Freund, der nur kurz die Toilette aufsuchen will, wird dann vehement gestoppt oder sogar in die Waden gezwickt.

Besonders territorial veranlagte Hunde zeigen häufig diese Probleme im Umgang mit Besuchern. Sie wurden, wie z.B. der Hovawart, jahrelang darauf gezüchtet, Haus und Hof zu bewachen und nehmen ihre Aufgabe ernst. Daher muss man besonders territorialen Hunden von Anfang an verdeutlichen, dass diese Aufgabe dem Menschen zusteht, er kümmert sich um die Sicherung des Territoriums und entscheidet, wer das Haus betreten darf, und wer nicht.

Wer also später einmal keine Probleme beim Empfangen von Besuchern mit seinem Hund haben möchte, sollte von Anfang an einige Regeln beachten. Der Hund sollte keinen strategisch wichtigen Liegeplatz zugewiesen bekommen. Liegt die Decke des Hundes im Flur direkt neben der Eingangstür, macht man den Hund damit sozusagen zum „Kontrolleur“. Denn der Flur liegt in der Regel zentral, der Hund kann hier also alle Rudelmitglieder beobachten, ohne dass er aufstehen muss. Er weiß immer, wo sich die einzelnen Mitglieder der Familie aufhalten. Zudem hört er als Erster, wenn sich ein Fremder dem Haus nähert. Was liegt da näher, als aufzuspringen und dem Eindringling laut bellend klar zu machen, wer hier im Haus auf ihn wartet. Liegt der Hund aber hinten im Wohnzimmer, so ist er nicht an vorderster Front. Klingelt es, kann der Mensch den Hund auf die Decke zurück schicken und in Ruhe die Tür öffnen. Er begrüßt als Erster den Besuch, bittet diesen herein und zeigt so dem Hund, dass er alles im Griff hat.

Natürlich muss man vorab das Abliegen auf der Decke ohne Besucher trainieren. Der Hund wird dazu auf die Decke geschickt und bekommt zur Belohnung z.B. einen Futterbrocken. Im nächsten Schritt muss er einen kurzen Augenblick auf der Decke warten, bevor er das Futterstück bekommt. Schritt für Schritt wird nun die Zeit, die der Hund auf der Decke abliegen muss, immer weiter ausgedehnt. Anfangs wartet der Mensch noch direkt neben der Decke des Hundes, so kann er ihn direkt korrigieren und auf die Decke zurückbringen, falls er einmal aufstehen sollte. Später wartet er weiter entfernt, bzw. bewegt sich durch die Wohnung. Achtung: Das Liegen auf der Decke muss immer mit einem Signal aufgelöst werden!

Diese Trainingsvariante eignet sich auch hervorragend, wenn der Hund nun bereits Menschen anbellt. Zur Absicherung kann man den Hund anfangs auch mit einer Leine sichern, hierfür eignet sich entweder ein schweres Möbelstück neben der Decke des Hundes oder aber ein Haken, der in der Wand befestigt wird. Bleibt der Hund ruhig liegen und entspannt sich, darf er nach einiger Zeit auf ein Signal des Menschen auch aufstehen und sich mit dem Besuch beschäftigen. Denn auch Freunde, die zwar angebellt aber nicht bedroht werden, darf der Hund nicht als Erster begrüßen. Diese Aufgabe übernimmt ab sofort immer der Mensch.

Hoffentlich können den Alltag für sich und Ihren Vierbeiner mit diesem Tipp entspannter gestalten!

Donnerstag, 16. Juli 2009

Finanzkrise im Tierheim


Deutschlands Tierheime sind überfüllt. Seit Januar wurden etwa 20 Prozent mehr Hunde und Katzen abgegeben, als in den vergangenen Jahren. Die häufigste Begründung: finanzielle Probleme. Doch was tun, wenn das Geld für Futter und Tierarzt fehlt? Um die Überfüllung der Tierheime in Krisenzeiten von vorn herein zu vermeiden, fordert PETA beispielsweise eine generelle Kastrationspflicht für Hunde und Katzen, sowie einen Zuchtstopp.

Wenn man sich in einer finanziellen Notsituation befindet, sollte man zu erst überlegen, wo gespart werden könnte. Dinge wie das Handy, Zigaretten etc. müssen dann genauso entfallen, wie größere Anschaffungen oder ein Urlaub. Schließlich gehört der Vierbeiner zur Familie und darf nicht einfach entsorgt werden!

Viele Tierärzte sind bereit, Ratenzahlungen zu akzeptieren, wenn Bello und Co. eine Behandlung benötigen, aber das Geld fehlt. Die Rechnung kann dann nach und nach abgestottert werden.

Oftmals sind Freunde oder Angehörige in der Lage, kurzfristig finanziell auszuhelfen. Man muss bedenken, dass ein Tier, wenn es im Tierheim abgegeben oder gar ausgesetzt wird, nicht verstehen kann, was mit ihm geschieht. Es hat nichts falsch gemacht und wird doch weggeschickt – das führt zu Verwirrung und Trauer.

Sollten Sie absolut keine Möglichkeit mehr sehen, Ihren vierbeinigen Freund zu versorgen, bitten Sie Anlaufstellen wie die Tiertafel um Hilfe. Dort erhalten Sie Futter, sollte am Monatsende wirklich kein Cent mehr übrig bleiben.

Um die Tierheime in Zukunft vor einer weiteren „Flut“ an Tieren zu bewahren, kaufen Sie bitte niemals ein Tier im Zoohandel oder einen Hund vom Züchter! Weitere Informationen hierzu finden Sie unter haustiere.peta.de!

Mittwoch, 8. Juli 2009

Hot Dogs! Hunde in heißen Autos – Nein danke!


Schon vor einigen Wochen sprachen wir auf dem Dog Blog über die Gefahren der Sommerhitze für Hunde. Nun ist wieder ein Vierbeiner völlig grundlos und qualvoll gestorben. Deshalb hat PETA Deutschland e.V. ein Poster entworfen, das Sie - nach Absprache - in Ihrer Tierarztpraxis, dem nächsten Supermarkt oder auch Ihrem Autofenster aufhängen können, um weitere Tragödien zu vermeiden. Einen Ausschnitt des Posters sehen Sie links, natürlich ist es in Originalgröße mit vielen wichtigen Informationen versehen.

„Es waren doch nur ein paar Minuten“, bekommt man häufig zu hören. Doch schon kurze Zeit genügt, dass sich das Innere eines Autos an einem heißen Sommertag auf bis zu 70° Celsius aufheizt, und auch ein im Schatten geparktes Fahrzeug oder leicht geöffnete Fenster können keine Abhilfe schaffen.
Da Hunde nur wenige Schweißdrüsen haben und sich hauptsächlich über Hecheln abkühlen, erleiden sie im heißen Wageninneren schnell irreparable Hirnschäden oder gar einen Herzschlag.

Je mehr Menschen über diese Gefahr Bescheid wissen, desto mehr Leid bleibt den Hunden erspart!
Bitte helfen Sie den Hunden und verbreiten Sie unser Poster.

Unter folgendem Link können Sie die Poster als PDF herunterladen und zuhause ausdrucken:

http://www.peta.de/web/hotdogs.2329.html

Wenn Sie einen Hund an einem warmen Tag im Auto sehen, gehen Sie bitte nicht einfach weiter! Suchen Sie den Besitzer des Wagens, und sollte dieser nicht schnell aufzufinden sein, rufen Sie die Polizei!

Wenn der Hund bereits Anzeichen einer Überhitzung aufweist, wie eine dunkle Zunge, glasige Augen oder starkes Hecheln, dann sollten Sie in Betracht ziehen, eine Scheibe einzuschlagen. Dies kann unter Umständen rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, doch sollte das Leben eines Hundes diese natürlich überwiegen.

Auch die Online-Community MyLife.de unterstützt uns darin, das Leben vieler Hunde zu retten und bietet das "Hot Dog" Poster auf ihrer Website an. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an die Lifestyle-Seite!

Montag, 29. Juni 2009

Kommunikation zwischen Mensch und Hund


Dies ist ein Gasteintrag von Hundeexpertin und Autorin Clarissa von Reinhardt. Viele Tipps sowie Literatur finden Sie unter: www.animallearn.de. Vielen Dank!

Hunde und Menschen kommunizieren grundsätzlich sehr unterschiedlich. Das hauptsächlich eingesetzte Kommunikationsmittel der Menschen ist das gesprochene Wort – wir reden. Wahrscheinlich zu viel, aber das ist eine andere Sache. Das gesprochene Wort wird durch Körpersprache, Gestik, Mimik und auch Berührungen des Gesprächspartners unterstrichen. Bei Hunden ist das anders. Sie kommunizieren in erster Linie über Blickkontakte, Körpersprache und Berührungen und setzen die Vokalisation viel weniger ein. Welche Bedeutung hat das für uns im Umgang mit Hunden?

Zunächst einmal, dass wir wirklich weniger reden sollten. Wenn ich meinen Hund den ganzen Tag zutexte, ist es nicht verwunderlich, wenn er mir irgendwann nicht mehr zuhört.

Jeder von uns hat eine Person im Freundeskreis, die furchtbar viel redet. Und jeder von uns ist davon früher oder später genervt. Man hört nicht mehr richtig zu.
Jeder von uns hat aber auch eine Person im Freundeskreis, die eher ruhig ist und nicht viel redet. Meldet sich eine solche Person zu Wort, sind wir in der Regel aufmerksamer und wollen wirklich wissen, was sie zu sagen hat, wenn sie nun schon mal was sagt.

Ähnlich ist es bei unseren Hunden. Hinzu kommt aber noch, dass sie den Inhalt unserer Worte größtenteils nicht verstehen. Natürlich kann ein Hund lernen, was es bedeutet, wenn ich die immer gleichen Worte oder Kurzsätze in immer gleicher Betonung in immer gleichem Kontext nenne. Jeder Hund versteht es, wenn man ihn fragt: „Wollen wir Gassi gehen?“ oder „Möchtest Du jetzt Dein Futter?!“ usw.

Aber die endlosen Redeschwalle, die über viele Hunde hereinbrechen, wie zum Beispiel „Bello, das war jetzt aber gar nicht artig. Ich habe Dir doch schon tausendmal gesagt, dass Du gar kein lieber Hund bist, wenn Du das machst. Und jetzt mach mal schön „sitz“!“ können sie nicht verstehen. Sie werden in etwa folgendes hören: „Bello, bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla, „Sitz!“
Kein Wunder, dass sie uns nicht mehr zuhören.

Möchte ich also, dass mein Hund mir zuhört und mich versteht, so muss ich mich kurz, präzise und dabei trotzdem freundlich ausdrücken. Das ist für viele Menschen ein Problem. Drücken sie sich kurz und knapp aus, geht dies oft mit einem kasernenhofartigen Befehlston einher „Bello, Fuß!“ Was ich meine ist: „Bello, bei Fuß. Guter Hund.“

Soll sich der Hund wohl in unserer Nähe fühlen, sollten wir darauf achten, dass wir ruhig und leise mit ihm sprechen. Bei manchen Auslaufwiesen oder Hundeplätzen hat man ja eher das Gefühl, sich auf einem Truppenübungsplatz verirrt zu haben. Da wird exerziert und im Kreis marschiert, Kehrtwende links herum, im Stechschritt Marsch, Marsch. Dabei wird herumgebrüllt, als sei der Hund entweder schwerhörig oder einen Kilometer von seinem Menschen entfernt.

Tatsächlich hören Hunde aber sehr gut, nämlich je nach Alter, Rasse und Frequenzbereich der Töne vier bis zwanzig mal besser als der Mensch. Es gibt also definitiv keinen Grund, sie wie Schwerhörige zu behandeln. Stellen Sie sich vor, wie In der Regel ist es so, dass wir versuchen, zu all zu lauten Dingen Distanz zu schaffen. Also ist es doch eigentlich absurd, dass wir unsere Hunde anschreien, damit sie zu uns kommen und sich (natürlich freudig!) in unserer Nähe aufhalten.

Das in jüngster Zeit viel strapazierte Wort „Hundeflüsterer“ entstand ebenfalls vor diesem Hintergrund. Als Hundeflüsterer wurden Menschen bezeichnet, die sich dem Tier langsam annäherten und leise mit ihm sprachen – wodurch es sich beruhigte und Vertrauen fasste. Heute nennt sich jeder Hundeflüsterer, der es geschafft hat, seinen Dackel einmal um den Block zu führen, ohne ihn anzuschreien.

Kommunikation findet aber nicht nur über Sprache statt. Auch Blickkontakte und Berührungen können eingesetzt werden, um sich mit einem Gegenüber zu verständigen. In unserer Kommunikation mit Hunden ist dies vielleicht der interessante Aspekt. Fangen Sie einmal an darauf zu achten, wie oft Ihr Hund Blickkontakt mit Ihnen aufnimmt – und erwidern Sie diesen. Nicken Sie ihm kurz zu oder sagen Sie sanft „Feiner Hund, prima.“. Setzen Sie Gesten und Sichtzeichen ein, um ihm zum Beispiel zu sagen, wo er lang gehen soll, dass er warten soll oder dass Sie ihm etwas zeigen möchten. Sie werden merken, dass Ihr Hund viel aufmerksamer wird und schneller reagiert, denn Sie sprechen mit ihm in seiner Sprache.

Gleiches gilt für Berührungen. Bestimmt haben Sie es schon einmal erlebt, dass Ihr Hund sie gestreift hat, wenn er von hinten kommend an Ihnen vorbei lief. Das ist kein Zufall. Der Hund weiß genau, wie breit ein Weg ist und wo auf dem Weg Sie sich befinden. Es ist seine Art zu sagen: „Hallo, Du, da bin ich wieder.“, eine kurze Kontaktaufnahme, um das „Wir-Gefühl“ zu stärken. Es gibt so viele dieser Kontaktaufnahmen: Der Hund stupst uns an, reibt seinen Kopf an uns, steht dicht neben uns und manchmal stellt er dabei sogar seine Pfote auf unseren Fuß. All diese Berührungen sind Kommunikationsversuche mit dem Sozialpartner Mensch. Das schöne daran ist, dass wir diese Art der Kommunikation ebenfalls anwenden können.

Für mich sind diese Augenblicke des gegenseitigen Verstehens und tiefen Vertrauens die kostbarsten im Zusammenleben mit meinen Hunden.

Mittwoch, 10. Juni 2009

Ein Urlaubsparadies für alle Vier- und Zweibeiner


Die Reisezeit steht kurz bevor und vielleicht haben einige von Ihnen die Planung noch nicht abgeschlossen oder wissen schlichtweg nicht, wohin die Reise mit dem Hund führen könnte. Deshalb hier PETA’s ultimativer Vorschlag: Hof Butenland auf der Halbinsel Butjadingen an der Nordsee!

Hof Butenland ist ein wunderschöner alter Bauernhof im nordischen Stil; eine riesige alte Scheune, ein tolles Haus, ein Hof der zum Verweilen einlädt und stilvoll eingerichtete Ferienwohnungen. Der Vierbeiner ist hier mehr als herzlich willkommen! Vier nette Hundekumpels, freundliche Menschen und unzählige andere Zwei- und Vierbeiner erwarten ihn hier, darunter z.B. Kühe, Hühner, Katzen, Schweine, Gänse, Pferde und viele mehr. Bello kann hier das riesige Gelände erkunden, mit den anderen Tieren spielen, Ausflüge zum nahegelegenen Hundestrand oder den Deich mit Ihnen machen.

Und das Beste kommt noch: alle Tiere, die auf Hof Butenland leben, leben ein glückliches Leben ohne Angst vorm Schlachter! Die Tiere wurden aus schlimmen Haltungen gerettet oder aufgenommen, wenn ihre „Leistung“ nachgelassen hatte und ihnen sonst nur noch der Schlachthof bevorgestanden hätte. Die Kühe beispielsweise müssen auf Hof Butenland nicht mit riesigen, schweren Eutern voll von Milch herum laufen, die dann doch dem Menschen und nicht ihrem Kälbchen gegeben wird - sie leben im "Kuhaltersheim"! So stillt eine Kuh beispielsweise noch immer ihr dreijähriges Kind! Vielen Menschen ist noch immer nicht bewusst, was wirklich hinter der Milchindustrie steckt: http://www.peta.de/web/milchinfo.152.html
Die Hühner leben nicht in winzigen Käfigen oder zusammengepfercht mit tausenden Artgenossen in fensterlosen Hallen, sondern verbringen den Tag – ganz nach Lust und Laune – im Garten, dem Hof oder den vielen Ställen.

Die Wohnungen auf Hof Butenland sind günstig und sehr schön eingerichtet. Bilder können Sie auf der Homepage http://www.hofbutenland.de ansehen. Das Gelände um den Hof ist von einem Wassergraben umgeben, so dass Ausreißer hier sicher spielen und toben können. Und noch etwas: Sie werden staunen, wie friedlich Ihr Hund auf die anderen Zwei- und Vierbeiner reagiert! Selbst die Hühner hat unser Napoleon schon bald als „seine Herde“ betrachtet, die beobachtet und beschützt werden musste…
Sollte es sich bei Ihrem Vierbeiner jedoch um einen Jagdhund handeln, ist Vorsicht geboten – dann heißt es um der Hühner Willen vielleicht doch lieber „ab an den Strand“.

Wer bisher Kuh & Co. häufiger auf seinem Teller als auf der Weide zu sehen bekam, macht sich hier vielleicht doch noch einmal Gedanken. Man kann das Schwein Luis kaum kraulen, ohne dass man auch automatisch an die abendlichen Streicheleinheiten für Bello denkt. Im Äußerlichen unterscheiden sie sich zwar, doch wenn es um ihre Liebenswürdigkeit, ihren Sinn für Humor und ihren Spaß am Leben geht, möchten weder Bello noch Luis zwischen zwei Burger-Brötchen landen!


Einen schönen Urlaub wünscht Ihnen das Dog Blog Team!

Donnerstag, 4. Juni 2009

Geschirr oder Halsband

Dies ist ein Gasteintrag der Online-Community "Hallo Hund". Vielen Dank für diese interessanten Anregungen!

Die meisten Hundehalter kaufen für ihren Liebling automatisch ein Halsband. Vielen ist nicht bekannt, dass aber ein Geschirr gesundheitliche und psychische Vorteile für den Hund hat. HalloHund hat Hundetrainerin Franziska Feldsieper gefragt, was beim Geschirrkauf zu beachten ist.

Link: Geschirr oder Halsband fuer den Hund?



Wenn du dich zum Kauf eines Geschirrs für deinen Hund entschieden hast, solltest du folgende Punkte beachten. Nimm die Liste am besten ausgedruckt mit zum Kauf, dann vergisst du keinen Punkt.

* Das Geschirr sollte einen langen Rückensteg haben, damit dein Hund nicht unter den Ellenbogen die Haut eingeschitten wird.
* Auf dem Rücken sollten zwei stabile Schnallen sein, damit dein Hund beim An- und Ausziehen des Geschirrs sein Beinchen nicht immer heben muss.
* An der Brust sollte kein Ring angebracht sein, sondern ein Schieber. Somit kannst du genau den richtigen Punkt einstellen, damit der Druck nicht am Hals, sondern am Brustkorb ist.
* Lass dich vom Verkäufer beraten - er soll das Geschirr so einstellen, dass es deinem Hund perfekt passt.
* Das Material sollte so beschaffen sein, dass es sich nicht mit Nässe aufsaugt und so schnell trocknet.


HalloHund ist eine lebendige Hundecommunity mit großem Forum und vielen Berichten über Gesundheit, Erziehung, Tierschutz und das Leben mit dem Hund.

Dienstag, 26. Mai 2009

Simon Cowell hat ein Herz für Hunde


Der kontroverseste Juror der Show „American Idol“ (die US-Version von „Deutschland sucht den Superstar“) ist sicherlich Simon Cowell. Seine Sprüche hauen nicht nur die Kandidaten, sondern oft auch seine Jury-Kollegen um, weshalb er auch als Äquivalent von Dieter Bohlen bezeichnet wird. Doch eines steht fest: was Tierleid angeht, macht Simon keine Kompromisse. Deshalb hat er in der Vergangenheit bereits für eine PETA-Anzeige zum Thema Pelz posiert und ziert außerdem zusammen mit seinem tierischen Begleiter in Lebensgröße die mobile Kastrationsklinik von PETA in den USA.
Jetzt hat sich Simon noch einmal mit unseren amerikanischen Kollegen getroffen, um über Michael Vick*, den neuen Hund im weißen Haus und vieles mehr zu reden. Hier das Interview:

Wie wichtig findest du es, einen Hund oder eine Katze aus dem Tierheim zu holen, anstatt sie in einem Zooladen zu kaufen?
Also wenn ich einen Hund zu mir holen würde, käme er sicherlich nicht aus einem Zooladen, sondern aus dem Tierheim. Oder ich würde den Hund eines Freundes aufnehmen, der sich nicht mehr um ihn kümmern kann. … Es kommt nicht darauf an, wo der Hund herkommt, sondern nur auf den Hund selbst. … Es macht mich richtig wütend, wenn mir jemand vom tollen Aussehen oder den Accessoires seines Hundes erzählt, als wäre der ein Auto. … Ein Hund ist ein Hund, ganz egal woher er kommt. … Oft haben Mischlinge und Streuner mehr Persönlichkeit als die besten gezüchteten Hunde.

Warum glaubst du, sind viele Menschen so versessen darauf, reinrassige Hunde zu kaufen? Sie haben oft gesundheitliche Probleme und manche Rassen sind so beliebt, dass man seinen Hund kaum von dem seines Nachbarn unterscheiden kann.
Ich glaube, dass dieses ganze Accessoire-Ding hier eine wichtige Rolle spielt. Man sieht all die Rap- und Popstars, die ihre super gezüchteten Hunde mit sich rumtragen. … Sie fänden es peinlich, mit einem Mischling gesehen zu werden… wo es doch eigentlich ehr sympathisch wäre – die Menschen würden sehen, dass es der Person mehr um ihren Hund als um ihr Image geht. Das zweite Problem ist, dass es immer wieder Filme, z.B. über Chihuahuas gibt und dann wollen auf einmal tausende Menschen genau so einen Hund wie in dem Film.

Stimmt. Und das gleiche könnte jetzt mit der Präsidentenfamilie passieren. Was hältst du von ihrem portugiesischen Wasserhund?
Ich finde, man muss das aus zwei Perspektiven sehen. Ich finde es gut, dass sie ihren Kindern einen Hund gekauft und eine größere Sache daraus gemacht haben. Aber ich fände es super, wenn sie noch einen Hund aus dem Tierheim holen würden, einfach um die Balance zu halten. Ich würde sogar für das Hundefutter bezahlen!

Hundeschauen wie The Westminster und Crufts sind sehr kontrovers, weil sie die Zucht von reinrassigen Tieren vorantreiben, wo doch so viele Tiere in Tierheimen sterben. Was hältst du von diesen Shows?
Auch dabei gibt es zwei Seiten: ich glaube, die Mehrheit der Menschen, die sich solche Shows anschauen oder daran teilnehmen, sind Tierfreunde, keine Tierhasser. Das Problem ist, dass es in der Hundewelt ein Elitedenken gibt und das stört mich wirklich. Wer entscheidet schon, was den perfekten Hund ausmacht? Es ist einfach Wahnsinn, wenn die Preisrichter sagen, dass es eine gut gezüchtete Bulldogge ist, wenn sie nicht richtig atmen kann. Einfach nur, weil in ihrer wirren Gedankenwelt genau so ein Hund aussehen muss. Ich moderiere auch in einer Show, Britain’s Got Talent, und da gibt es wirklich verrückte Auftritte mit Hunden. Die sind mir viel lieber – die Hunde haben einen Riesenspaß.

Wir kriegen oft Hunde zu sehen, die ihr Leben lang, wie Fahrräder, draußen angekettet sind. Was würdest du jemandem sagen, der so etwas mit seinem Hund macht?
Das ist wirklich eine Schande. Das schlimme ist, dass solche Menschen gar nicht realisieren, dass der angekettete Hund der Person vertraut, die ihn an die Kette legt. In 9 von 10 Fällen würde dieser Hund sein Leben für genau diese Person aufs Spiel setzen. … Einen Hund unter diesen Umständen zu halten, ihn dort alleine zu lassen, hungrig und durstig, niedriger kann man kaum sinken. Man muss eine wirklich verzerrte und abstoßende Persönlichkeit haben, um so etwas zu tun. Das ekelt mich an.

Was macht dich so wütend, wenn jemand ein Tier quält?
Ich glaube die Tatsache, dass sie es genießen. Dieser fehlende Respekt ist einfach unglaublich – der Sinn im Leben eines Hundes ist es, dich zu beschützen und das ist deine Verantwortung; der Hund würde sein Leben für dich riskieren, er würde für dich sterben! Michael Vick* zum Beispiel – ich finde er sollte niemals wieder in der Öffentlichkeit genannt werden. Wenn die Menschen wirklich alle schrecklichen Details hinter seinen Taten wüssten… Sie glauben, es wäre einfach nur ein Hundekampf gewesen, aber was passiert denn auch nach den Kämpfen? Die Art und Weise, wie die verstümmelten Hunde dann noch getötet werden…

Genau. Und letzten Winter hat sich außerdem herausgestellt, dass Vick sogar die Haustiere seiner Familie in den Ring warf.
Das ist kein Mensch – das ist ein Sadist.

Dein Gesicht ziert unsere mobile Kastrationsklinik, die durch arme ländliche Gegenden in Virginia und North Carolina fährt. Die Menschen klatschen oft wenn sie dich auf dem Bus sehen und bringen uns dann ihre Hunde zum Impfen vorbei. Vielen Dank für deine Hilfe. Könntest du ein paar Worte an die Menschen richten, die kaum selbst genug zu Essen auf dem Tisch haben – warum sollte man auch in schweren Zeiten seinen Hund nicht vergessen?
Naja, ich finde, ein Leben ist ein Leben und ich respektiere wirklich die Tatsache, dass es für verwöhnte Stars wie mich leicht ist, andere zu belehren und manchmal verachte ich Leute wie mich richtig, weil wir nicht genug tun. Aber ich kann euch sagen, wenn man einem Tier Liebe gibt, dann kommt es tausendmal zu uns zurück. … Man erhält so viel, ich kann es gar nicht beschreiben. Ich würde PETA jederzeit helfen, wenn ich finanziell helfen kann, dann werde ich das tun. Wenn ihr eine Spende braucht, können wir das jederzeit veranlassen. Zögert niemals, mich danach zu fragen.

Wusstest du, dass sich viele deiner Kandidaten aus American Idol für die Tiere einsetzen? Carrie Underwood, Reuben Studdard und Kellie Pickler sind zum Beispiel alle Vegetarier und stehen auf PETAs “Sexiest Vegetarian” Liste. Neigst du manchmal dazu, zu Kandidaten nach ihrem Auftritt netter zu sein, wenn sie Tierfreunde sind?
Es ist seltsam, aber oft fühle ich mich diesen Leuten irgendwie verbunden. Bei Carrie war das auf jeden Fall so – in dem Moment in dem sie rein kam, spürte ich diese besondere Liebenswürdigkeit an ihr; ich glaube, dass das auch teilweise ihren Reiz ausmacht. Mir zeigt das einfach, dass man ein besserer Mensch ist. Es überrascht mich also um ehrlich zu sein gar nicht, das alles zu hören. Ich werde versuchen, dass weiter voran zu treiben. Wir setzen es auf den Fragebogen!

*Anmerkung: Michael Vick ist professioneller American Football-Spieler und wurde im Jahr 2007 unter anderem wegen der Durchführung illegaler Hundekämpfe angeklagt. Vick hatte auf seinem Grundstück Hunde gezüchtet und abrichten lassen.

Freitag, 22. Mai 2009

Vorsicht an heißen Tagen


Es ist jedes Jahr das gleiche Spiel und doch musste ich auch in diesem Jahr bereits zahlreiche Meldungen über Hunde lesen, die einen qualvollen Tod in einem heißen Auto fanden. Es ist schrecklich, dass viele Menschen die Gefahren der Frühlings- und Sommerhitze noch immer nicht ernst genug nehmen und ihren Vierbeinern so großen Schaden zufügen, der sogar bis zum Tod führen kann.
An Ostern starben drei Hunde in einem völlig überhitzen Auto am Europapark Rust, weil sich ihre "Besitzer" einen schönen Tag im Freizeitland gönnen wollten. Erst diese Woche starb ein Hund in einem Auto in Nürberg, nachdem er noch verzweifelt seinen Kopf immer wieder gegen die Scheibe geschlagen hatte! Mir dreht sich jedes Mal der Magen um, wenn ich solche Meldungen lese und an die Tiere denke, die dort so einsam einen grauenvollen Tod finden.
Deshalb hier noch ein paar Tipps, wie der vierbeinige Freund zusammen mit Ihnen die heißen Tage gut übersteht:

- Um den Hund vor einem Hitzeschlag zu schützen, sollten Sie immer für genügend Schatten und Wasser für den Vierbeiner sorgen. Kommt der Hund mit an den Strand, kann man ihm so mit einem Sonnenschirm oder einem selbstgebauten „Zelt“ aus Stühlen und einem Handtuch Schatten spenden. Achtung: auch Hunde können einen Sonnenbrand bekommen, insbesondere an Körperstellen mit wenig Haaren wie Nase, Augen und Ohren. Wenn die Sonne hoch steht, kann sich der Sand extrem aufheizen und dem Hund die Pfoten verbrennen. Hundefreunde sollten ihren Begleiter also nur an Tagen mit an den Strand oder auf große Ausflüge nehmen, die nicht zu heiß sind.

- Generell gilt es, den Hund niemals im Auto zu lassen, sofern dieses über keine Klimaanlage verfügt, auch nicht nur für einen „kurzen Augenblick". Da Hunde nicht schwitzen, sondern nur hecheln, können sie binnen weniger Minuten an einem Hitzschlag sterben oder irreparable Hirnschäden davontragen. Das Innere eines Fahrzeuges kann sich – selbst bei leicht geöffneten Fenstern – an heißen Tagen schnell auf bis zu 70°C erhitzen. Fällt einem ein Auto auf, in dem ein Hund eingesperrt ist, muss unverzüglich nach dem Besitzer gesucht oder, sollte dieser nicht schnell aufzufinden sein, die Polizei gerufen werden. Wenn der Hund den Anschein erweckt, als ginge es ihm bereits sehr schlecht, sollten Sie in Betracht ziehen, die Scheibe einzuschlagen. Denn was ist schon wichtiger: einer möglichen Anzeige aus dem Weg zu gehen oder das Leben eines Tieres zu retten?

- Sind bei einem Hund Warnsignale einer Überhitzung zu erkennen, wie schweres Hecheln, schneller Puls oder eine tiefrote bis lila Zunge, müssen Sie schnell handeln. Das Tier muss wenn möglich in einen klimatisierten Bereich, zumindest aber in den Schatten gebracht werden. Es sollte jedoch nicht unbegrenzt Wasser erhalten, sondern lieber behutsam in kühles Wasser getaucht werden und die Möglichkeit haben, an Eiswürfeln zu schlecken. In jedem Fall sollte der tierische Begleiter umgehend zum Tierarzt gebracht werden, wenn der Verdacht auf Überhitzung besteht.

Bitte klären Sie auch befreundete Hundehalter über die Gefahren der Hitze auf und halten Sie die Augen offen - das Leben eines Hundes könnte davon abhängen!

Mittwoch, 13. Mai 2009

Eine Autofahrt zum Heulen

Wir freuen uns, diese Woche wieder einen Beitrag von Hundeexperte Martin Rütter veröffentlichen zu dürfen. Mit diesem Eintrag bleibt Ihnen noch genug Zeit zum Üben, bis es mit dem Vierbeiner in die Sommerferien geht!

Foto: M. Grande

Viele Hunde bellen oder jaulen während der Autofahrt. Dies ist nicht nur störend für den Autofahrer und alle Mitfahrenden, es kann sogar gefährlich werden, wenn der Lautstärkepegel so ansteigt, dass sich der Fahrer nicht mehr richtig konzentrieren kann.

Viele Hunde jaulen während der Autofahrt, weil sie es einfach nicht ertragen können, dass sie nicht beachtet werden. Normalerweise beschäftigt sich der Mensch den ganzen Tag immer wieder mit seinem Hund, spricht pausenlos auf ihn ein und liest ihm jeden Wunsch sozusagen von den Lippen ab. Und nun soll er einfach im hinteren Bereich des Autos warten, der Mensch konzentriert sich auf den Verkehr und beachtet den Hund nicht. Diese Ignoranz ist der Hund nicht gewohnt. Und so fängt er an, auf sich und seine Wünsche aufmerksam zu machen. Anfangs erfolgt dies durch ein leises Fiepen, später kann es sich zu einem fordernden Jaulen mit einzelnen Belllauten zwischendurch steigern. Und was macht der Mensch? Anfangs versucht er den Hund noch zu beruhigen. Sätze wie: „Nun warte doch, wie sind ja gleich da!“ oder „ Wir fahren ja zur Hundewiese, es dauert nicht mehr lange!“ sind nur zwei Beispiele dafür. Der Hund lernt aber dadurch, dass er mit seinem Verhalten etwas erreicht hat. Der Mensch hat zwar nicht angehalten, um sich ganz um seinen Hund zu kümmern, aber er hat zumindest auf die Unmutsäußerung des Hundes reagiert. Die Folge davon ist, dass der Hund seiner Forderung immer lauter und deutlicher Ausdruck verleiht. Und wenn dann auch noch genau im Moment der lautstärksten Äußerung der Mensch sein Ziel erreicht hat, anhält und mit dem Hund zu einem Spaziergang aufbricht, denkt der Hund, dass sein Verhalten genau richtig war: Er hat erreicht, was er wollte.

Daher muss man in einem solchen Fall den Hund vollkommen ignorieren. Man darf ihn nicht ansehen, nicht ansprechen und schon gar nicht anfassen und streicheln, denn jede Reaktion des Menschen würde den Hund in seiner Auffassung bestärken! Selbst ein Schimpfen mit dem Hund ist da letztendlich nichts anderes als eine Reaktion auf die Wünsche des Hundes, eine Form der Aufmerksamkeit! Beim Training legt man dann zwischendurch auch Fahrpausen ein, in denen wiederum nichts passiert. Der Mensch kann sich z.B. ein Buch oder eine Zeitung mitnehmen und gemütlich im Auto sitzen bleiben und lesen. Wenn sich der Hund nun nach einer Zeit gemütlich hinlegt, fährt man wieder los und beendet das Training. Der Hund wird nach der Pause also nicht etwa aus dem Auto geholt, um etwas mit ihm zu unternehmen. Dann würde es ihm nämlich von Mal zu Mal schwerer fallen, zu entspannen, da er weiß, dass bald etwas Tolles passieren wird. Und wer kann da schon entspannt liegen bleiben?

Auch bei der Ankunft zu Hause darf der Hund erst aussteigen, wenn er vollkommen ruhig ist. Jammern darf nie belohnt werden! Wichtig ist bei diesem Training also, dass der Hund nicht ein einziges Mal in seinem Verhalten bestärkt werden darf. Denn wenn der Mensch es nur einmal eilig hat und der Hund aus dem Auto aussteigen darf, obwohl er noch jammert, wird sich das Verhalten noch stärker zeigen, als vor dem Training. Dann wirkt nämlich das Prinzip der variablen Verstärkung: Ein Verhalten, das nicht immer sondern unregelmäßig belohnt wird, führt dazu, dass der Hund dieses Verhalten immer öfter zeigen wird. Denn er weiß ja nie, wann es sich wieder einmal lohnt!

Weitere Infos von und über Martin Rütter sowie seine aktuellen Tour-Termine finden Sie unter: http://www.ruetters-dogs.de/

Mittwoch, 6. Mai 2009

Hunde mit Handicaps

Dies ist ein Gasteintrag von Gesa Koch-Weser der Online-Community "Hallo Hund". Vielen Dank für diese interessanten Anregungen!

Schwerhörigkeit oder Taubheit bei Hunden wird entweder durch Erkrankungen, oder den Verschleiß der Sinneszellen im Ohr hervorgerufen. Mit zunehmendem Alter verlieren Hunde die Haarzellen und so ist es kein Rätsel, dass alte Hunde oft schwerhörig oder taub werden. Einige Hunderassen leiden an erblich bedingter Taubheit, dazu gehören u.a. der Dalmatiner, der Australian Cattle Dog und der Jack Russell Terrier.

Wie bemerke ich, dass mein Hund schwerhörig oder taub ist?
Wenn Sie bemerken, dass Ihr Hund nicht mehr auf Kommandos oder Rufe reagiert, wenn er Sie nicht gleichzeitig sehen kann, sollten Sie gezielt Hörtests durchführen. Klatschen Sie in die Hände oder pfeifen Sie, um auf sich aufmerksam zu machen. Klappern Sie mit der Futterschüssel, schütteln Sie die Leine oder quietschen Sie mit seinem Lieblingsspielzeug. Natürlich darf Sie der Hund dabei nicht beobachten können. Reagiert er auf all dies nicht, stellen Sie ihm unbedingt Ihrem Tierarzt vor – er wird die Schwerhörigkeit oder Taubheit diagnostizieren und bei vorliegenden Erkrankungen eine Behandlungsmöglichkeit finden.

Kommunikation mit dem tauben Hund
Mit einem tauben oder schwerhörigen Hund kommunizieren Sie über Handzeichen. Zeigen Sie ihm, was Sie von ihm erwarten und wenden Sie dabei die Handzeichen an. Viele Hundebesitzer arbeiten auch mit ihrem hörenden Hund mit Handzeichen.

Die Handzeichen können Sie sich selbst ausdenken, hier sehen Sie drei Beispiele der Zeichen für "Bleib", "Hier" und "Platz":







Wenn Ihr Hund im Alter taub geworden ist, bedeutet das für Sie eine Umstellung. Sie können Ihren Hund nicht mehr rufen, wenn er in die falsche Richtung läuft sondern müssen immer direkt auf ihn zugehen um ihn mit Berührungen „abzuholen“. Im Umgang mit anderen Hundehaltern erfordert ein tauber Hund ein dickes Fell. Viele Menschen werden sich darüber aufregen, dass Sie Ihren Hund nicht zu sich rufen – sie wissen ja nicht, dass er nichts hört.

Einige Besitzer tauber Hunde trainieren ihren Hund durch Lichtzeichen mit einer Taschenlampe oder durch Vibrationshalsbänder, die auf Knopfdruck – nämlich dann, wenn der Besitzer auf sich aufmerksam machen möchte – vibrieren (Achtung: Keine Sprüh- oder Elektrohalsbänder! http://petasdogblog.blogspot.com/2008/03/kpfchen-statt-knpfchen.html). Was für Sie und Ihren Hund das Richtige ist, werden Sie selbst herausfinden.

Auch wenn ein tauber Hund viel Geduld und Zeit kostet – die Liebe die er seinen Menschen täglich schenkt, unterscheidet sich nicht von der, eines hörenden Hundes. Die Wünsche eines tauben Hundes sind die gleichen, wie die eines gesunden: Ein liebevolles Zuhause mit Menschen, die es ihm ermöglichen, ein langes und glückliches Leben zu führen.



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