Donnerstag, 31. Juli 2008

Tödliche Sommertage für den Vierbeiner


Dies ist ein Gasteintrag von Lisa Towell – eine tolle Schreiberin und PETA-Freundin.

Vor einigen Jahren waren wir mit unserer Hündin Sydney und ein paar Freunden an einem wunderschönen und heißen Sommertag wandern. Der erste Teil unseres Weges führte einen steilen Berg ohne Bäume, die uns Schatten spenden könnten, hinauf. Wir alle fühlen uns vollkommen unsportlich als Sydney leichtfüßig vor uns hinauftrabte. Auf halbem Weg trafen wir einen Mann, der sich mit seinem Rottweiler ausruhte. Der Hund war ein netter großer Kerl, wog bestimmt weit über 50 Kilos und lag nun schwer hechelnd in der brütenden Hitze. Wir fragen den Mann, ob er etwas Wasser für seinen Hund bräuchte, aber er versicherte uns, dass es ihm gut ging. „King muss sich nur mal kurz ausruhen, bevor wir weiterlaufen.“ Also gingen wir weiter.

Hunde bekommen sehr schnell einen Hitzeschlag, viel schneller als ihre menschlichen Begleiter. Sie können sich nur durch Hecheln und das Schwitzen durch ihre Pfoten abkühlen. Den meisten Menschen sind die Risiken, denen man einen Hund im heißen Auto aussetzt, bewusst, doch viele wissen nicht, dass ein Hund auch beim Auslauf an einem heißen Sommertag überhitzen kann. Am meisten von Hitzeschlägen betroffen sind große Hunderassen und die mit kurzen Nasen, wie Boxer und Bulldoggen. Aber auch andere Faktoren spielen eine wichtige Rolle, zum Beispiel Übergewicht, dichtes Fell, geringe Anpassungsfähigkeit an die Hitze und sogar Aufregung. Hunde rennen einfach zu gern in der Gegend herum, um Neues zu entdecken, neue Gerüche – dabei vergessen sie häufig das Wetter um sie herum.

Wir machten an diesem Tag ein Picknick auf dem Berg und ließen Sydney reichlich Wasser trinken. Ca. eine Stunde später machten wir uns, verschwitzt aber glücklich, wieder auf den Rückweg zu unserem Auto. Als wir an die Stelle kamen, an der wir King getroffen hatten, traf uns fast der Schlag: er lag nun ausgestreckt auf der Seite und hatte Schaum vor seinem Mund. Sein Begleiter wollte unsere Hilfe ausschlagen und sagte nur, „ach, in ein paar Minuten geht es ihm bestimmt besser“. Doch wir wussten, dass es ihm schlecht ging. Wir schütteten unser Wasser über sein schwarzes Fell und versuchten, im Wasser einzuflößen, aber er verlor das Bewusstsein. Wir sagten dem Mann, dass sein Hund sofort einen Tierarzt benötigt und boten an, den Hund den Berg herunter zu tragen. Das alles schien ihn immer noch nicht komplett zu überzeugen, aber die beiden größten meiner Freunde hoben King hoch und trugen ihn in Richtung Parkplatz.

King starb noch bevor wir dort ankamen.

Mir wurde ganz schlecht von dem Gedanken, wie unnötig diese Tragödie war. Hätten wir ihn retten können, wenn wir die Erstversorgung für Hunde gelernt hätten oder schon etwas getan hätten, als wir ihn zuerst trafen?

Am Besten, man lässt es gar nicht erst soweit kommen. Vermeiden Sie lange Spaziergänge mit ihrem Hund an heißen Tagen (gehen Sie am besten früh am Morgen oder abends) und überlegen Sie, ob es wirklich im Interesse Ihres Hundes liegt, ihn zum Weinfest oder dem Flohmarkt mitzunehmen, wenn die Sonne vom Himmel brennt. Müssen Sie Ihren Hund an heißen Tagen mitnehmen, stellen Sie sicher, dass er sich regelmäßig im Schatten ausruhen kann und viel trinkt.

Ein Hitzeschlag kommt oft überraschend. Informieren Sie sich über die Symptome, so dass Sie sie bei Ihrem Hund und anderen Tieren, deren Begleiter vielleicht nicht so gut Bescheid wissen, erkennen können. Anzeichen sind zum Beispiel schweres Hecheln, Atemprobleme, verstärkter Speichelfluss und Trägheit. Darauf folgen Verwirrung und Koordinationsprobleme, trockenes Zahnfleisch und möglicherweise Erbrechen oder Durchfall. Das Tier kann kollabieren oder sogar ins Koma fallen – dies führt dann schnell zu Hirnschäden oder dem Tod. Fallen Ihnen einige dieser Anzeichen auf, müssen Sie umgehend reagieren, um Bellos Leben noch retten zu können. Zuerst sollte der Hund aus der Sonne heraus und Wasser erhalten, wenn er noch in der Lage ist, zu trinken. Dann muss man die Körpertemperatur herunter bringen, indem man das Tier mit kühlem (nicht zu kaltem) Wasser vorsichtig übergießt. Auch kühle nasse Handtücher auf dem Kopf, Hals, den Achseln und der Leiste können hilfreich sein. Dann sollten Sie Ihren Begleiter so schnell wie möglich zum Tierarzt schaffen. Einige verspätete Nebenwirkungen eines Hitzeschlags sind durchaus ernstzunehmend, deshalb sollte man den Tierarzt auch aufsuchen, wenn des dem Hund scheinbar besser geht.

An jedem heißen Tag, an dem ich einen hechelnden Hund in der Sonne sehe, muss ich an King denken. Nach dieser herzzerreißenden Erfahrung, machte ich einen Kurs zur Erstbehandlung sogenannter Haustiere und schwor bei mir selbst, mich ab sofort in die Dinge anderer Leute einzumischen, wenn das Leben eines Tieres auf dem Spiel steht. Aber das allein kann den Schmerz nicht vertreiben, denn das, was wir an diesem Tag für King getan haben, war einfach nicht genug.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Als ich diesen Beitrag gelesen hatte, war ich sehr wütend. Wie kann sich die Autorin über den Hundebesitzer aufregen? Dieser war sehr dumm, da er offensichtlich nicht wusste, in welcher Gefahr sein Hund war. Die Autorin und ihre Begleiter handelten verantwortungslos, da sie es besser wussten. War Gleichgültigkeit oder Bequemlichkeit der Grund, warum sie 'King' nicht beim ersten (!) Zusammentreffen Wasser gegeben haben? Dann wäre es gar nicht so weit gekommen. Durch kleine Gesten der Menschlichkeit im Vorfeld (nämlich genau dann, wenn ich merke, dass etwas schief zu laufen droht) können sehr häufig große (erfolglose) Aktionen vermieden werden. Oder auch anders ausgedrückt: Selbst was tun und dann erst andere kritisieren!
Nichts für ungut, aber das ist meine Meinung.
Io

Karen und Nadja hat gesagt…

Liebe/r Anonym - danke für Ihren Kommentar. Ich kann Ihre Wut durchaus verstehen - und sicher kann es die Autorin genauso. Sie hat sich große Vorwürfe gemacht und wahrscheinlich waren die meisten von uns schon einmal in einer solchen Situation, von dir wir uns im Nachhinein nichts mehr wünschten, als etwas getan zu haben. Dieser Eintrag wurde geschrieben, um anderen Menschen die Gefahr zu verdeutlichen und solche Todesfälle in Zukunft zu vermeiden - vielleicht geht aufgrund dieser Geschichte die nächste Person nicht an einem "King" vorbei...

Michelle hat gesagt…

ich finde es falsch die autorin zu kritisieren. es ist immer verdammt schwer in solchen situationen seinen mund aufzumachen, ich bin mir nicht sicher ob der autor dieses kommentars es geschafft hätte was zu sagen. groß rumreden ist immer leicht, handeln nicht. ausserdem sieht man es einem hundehalter leider nicht an ob er erfahren ist oder nicht. sie konnten nicht wissen ob der besitzer des hundes vielleicht selber wasser dabei hatte, und die symptome eines hitzeschlags kannte. verurteilung ist hier also meiner meinung nach fehl am platz, man sollte lieber versuchen etwas daraus zu lernen und anders zu handeln, wenn man in eine solche situation kommt, auch wenn es schwer ist.