Dienstag, 5. August 2008

Tun Sie was! Seien Sie nervig! Bleiben Sie am Ball!



Vor kurzem erreichte uns eine schreckliche Geschichte von unseren Kollegen von PETA US; wir möchten Sie trotzdem gern veröffentlichen, um anderen Hunden dieses Schicksal zu ersparen.

Der Pitbull Hugo lebte in Lewiston, North Carolina, und war sein Leben lang in einem Wohnwagenpark zwischen hunderten Nachbarn angekettet. Als er von PETA Mitarbeitern entdeckt wurde, bekam er eine von PETAs Hundehütten, um zumindest nicht mehr allen Wetterextremen ausgesetzt zu sein. Sein „Herrchen“ hatte allerdings nicht einmal genug für ihn übrig, um ihn zu füttern und am Neujahrstag 2008 fanden ihn zwei PETA Mitarbeiter, die Stroh verteilten, verhungert in seiner Hundehütte.

Ich frage mich, ob er nach Victor Hugo benannt wurde, dem berühmten französischen Dichter, Autor und Menschenrechtler des 19. Jahrhunderts, der 1862 „Les Misérables“ schrieb. Irgendwie hätte das gepasst, denn zu verhungern setzt mehrere Wochen der Misere voraus, besonders wenn es so bitterkalt ist, wie zu dieser Zeit. Hugo hatte noch nicht einmal eine warme Unterlage zum einkuscheln. Was er hatte war eine gebrochene Rippe, Herzwürmer und Darmparasiten; eine Autopsie entdeckte, dass sein Magen voller Gras und Orangenschalen war.

Im Juni wurde Hugos Besitzer zu 120 Tagen Gefängnis (nur 10 davon musste er absitzen) und fünf Jahren Bewährung verurteilt. Während dieser Zeit darf er keinem Tier zu nahe kommen. Obwohl dies ein wirklich wichtiger Sieg für die Tiere ist (in diesem Teil des Landes sind die Tierschutzstandards wirklich schlecht), scheint es immer noch wie ein kleiner Klaps auf die Finger, wenn man das unfassbare Leid bedenkt, dass der Täter seinem Hund vollkommen grundlos angetan hat.

Jedes Mal, wenn ich auf Fälle von solch durchaus vermeidbarer Grausamkeit an Tieren stoße (und das kommt in meinem Job leider nur zu oft vor), kommt mir das Lied von Natalie Merchant in den Sinn, „What’s the matter here?“; es handelt von Kindesmissbrauch, der in jedermanns Nachbarschaft stattfinden kann und geht ungefähr so: „"I'm tired of the excuses everybody uses—he's your kid, do as you see fit ….
[I]nstead of love and the feel of warmth, you've given him these cuts and sores that don't heal with time or with age. I want to say, 'What's the matter here?' But I don't dare say." (Ich habe eure Entschuldigungen satt – es ist dein Kind, macht was du ihm sagst… Statt Liebe und Wärme gibst du ihm nur Schnitte und Wunden, die weder Zeit noch Alter heilen. Ich möchte einfach nur sagen: Was ist denn hier los? Aber ich wage es nicht…)

Wir alle müssen uns für die aussprechen, die Hilfe benötigen. Das tragische an der ganzen Sache ist, dass es irgendjemand hätte verhindern können. Hugo hätte nicht leiden und sterben müssen. Es lebten unzählige Leute um ihn herum und jeder von ihnen hätte sich um Hugo sorgen oder die Behörden oder PETA verständigen können – die Menschen in der Gegend kennen PETA. Dieses Versagen ist unentschuldbar.

Deshalb möchte ich Sie alle fragen: gibt es vielleicht einen Hugo in Ihrer Nachbarschaft? Vielleicht wird es Zeit, nicht mehr wegzusehen und seine Nase in die Angelegenheiten anderer Menschen zu stecken, die ihren Hund oder anderen Tiere nicht gut behandeln. Wenn Sie es nicht tun, wer dann? Wahrscheinlich niemand.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

So gerne ich eure Organisation habe...wenn ich diese Berichte lese..ich schäme mich, ein Mensch zu sein. Was ich auch tue, es wird nie genug sein, um sowas wie mit dem Hund Hugo zu verhindern. Aber trotzdem werde ich nicht aufhören, wenn auch nur im kleinen, das Leid der Tiere zu lindern....den Rest meines Lebens, versprochen!
Susanne und Ottfried, Tierheimhund und schwer geschunden, jetzt glücklich und geliebt.

Anonym hat gesagt…

Mein tiefstes Mitgefühl für diesen armen Hund. Ich habe selbst einen Pitbull (der in Deutschland so verhasst und gemobbt wird, dass ich mich mit ihm kaum auf die Straße trauen darf! Ich würde mich über einen Blogeintrag zum Thema "Kampfhund" sehr freuen) und ich stelle mir vor, wie mein anhänglicher Schatz so enden würde. Es treibt mir die Tränen in die Augen.