Dienstag, 26. Mai 2009

Simon Cowell hat ein Herz für Hunde


Der kontroverseste Juror der Show „American Idol“ (die US-Version von „Deutschland sucht den Superstar“) ist sicherlich Simon Cowell. Seine Sprüche hauen nicht nur die Kandidaten, sondern oft auch seine Jury-Kollegen um, weshalb er auch als Äquivalent von Dieter Bohlen bezeichnet wird. Doch eines steht fest: was Tierleid angeht, macht Simon keine Kompromisse. Deshalb hat er in der Vergangenheit bereits für eine PETA-Anzeige zum Thema Pelz posiert und ziert außerdem zusammen mit seinem tierischen Begleiter in Lebensgröße die mobile Kastrationsklinik von PETA in den USA.
Jetzt hat sich Simon noch einmal mit unseren amerikanischen Kollegen getroffen, um über Michael Vick*, den neuen Hund im weißen Haus und vieles mehr zu reden. Hier das Interview:

Wie wichtig findest du es, einen Hund oder eine Katze aus dem Tierheim zu holen, anstatt sie in einem Zooladen zu kaufen?
Also wenn ich einen Hund zu mir holen würde, käme er sicherlich nicht aus einem Zooladen, sondern aus dem Tierheim. Oder ich würde den Hund eines Freundes aufnehmen, der sich nicht mehr um ihn kümmern kann. … Es kommt nicht darauf an, wo der Hund herkommt, sondern nur auf den Hund selbst. … Es macht mich richtig wütend, wenn mir jemand vom tollen Aussehen oder den Accessoires seines Hundes erzählt, als wäre der ein Auto. … Ein Hund ist ein Hund, ganz egal woher er kommt. … Oft haben Mischlinge und Streuner mehr Persönlichkeit als die besten gezüchteten Hunde.

Warum glaubst du, sind viele Menschen so versessen darauf, reinrassige Hunde zu kaufen? Sie haben oft gesundheitliche Probleme und manche Rassen sind so beliebt, dass man seinen Hund kaum von dem seines Nachbarn unterscheiden kann.
Ich glaube, dass dieses ganze Accessoire-Ding hier eine wichtige Rolle spielt. Man sieht all die Rap- und Popstars, die ihre super gezüchteten Hunde mit sich rumtragen. … Sie fänden es peinlich, mit einem Mischling gesehen zu werden… wo es doch eigentlich ehr sympathisch wäre – die Menschen würden sehen, dass es der Person mehr um ihren Hund als um ihr Image geht. Das zweite Problem ist, dass es immer wieder Filme, z.B. über Chihuahuas gibt und dann wollen auf einmal tausende Menschen genau so einen Hund wie in dem Film.

Stimmt. Und das gleiche könnte jetzt mit der Präsidentenfamilie passieren. Was hältst du von ihrem portugiesischen Wasserhund?
Ich finde, man muss das aus zwei Perspektiven sehen. Ich finde es gut, dass sie ihren Kindern einen Hund gekauft und eine größere Sache daraus gemacht haben. Aber ich fände es super, wenn sie noch einen Hund aus dem Tierheim holen würden, einfach um die Balance zu halten. Ich würde sogar für das Hundefutter bezahlen!

Hundeschauen wie The Westminster und Crufts sind sehr kontrovers, weil sie die Zucht von reinrassigen Tieren vorantreiben, wo doch so viele Tiere in Tierheimen sterben. Was hältst du von diesen Shows?
Auch dabei gibt es zwei Seiten: ich glaube, die Mehrheit der Menschen, die sich solche Shows anschauen oder daran teilnehmen, sind Tierfreunde, keine Tierhasser. Das Problem ist, dass es in der Hundewelt ein Elitedenken gibt und das stört mich wirklich. Wer entscheidet schon, was den perfekten Hund ausmacht? Es ist einfach Wahnsinn, wenn die Preisrichter sagen, dass es eine gut gezüchtete Bulldogge ist, wenn sie nicht richtig atmen kann. Einfach nur, weil in ihrer wirren Gedankenwelt genau so ein Hund aussehen muss. Ich moderiere auch in einer Show, Britain’s Got Talent, und da gibt es wirklich verrückte Auftritte mit Hunden. Die sind mir viel lieber – die Hunde haben einen Riesenspaß.

Wir kriegen oft Hunde zu sehen, die ihr Leben lang, wie Fahrräder, draußen angekettet sind. Was würdest du jemandem sagen, der so etwas mit seinem Hund macht?
Das ist wirklich eine Schande. Das schlimme ist, dass solche Menschen gar nicht realisieren, dass der angekettete Hund der Person vertraut, die ihn an die Kette legt. In 9 von 10 Fällen würde dieser Hund sein Leben für genau diese Person aufs Spiel setzen. … Einen Hund unter diesen Umständen zu halten, ihn dort alleine zu lassen, hungrig und durstig, niedriger kann man kaum sinken. Man muss eine wirklich verzerrte und abstoßende Persönlichkeit haben, um so etwas zu tun. Das ekelt mich an.

Was macht dich so wütend, wenn jemand ein Tier quält?
Ich glaube die Tatsache, dass sie es genießen. Dieser fehlende Respekt ist einfach unglaublich – der Sinn im Leben eines Hundes ist es, dich zu beschützen und das ist deine Verantwortung; der Hund würde sein Leben für dich riskieren, er würde für dich sterben! Michael Vick* zum Beispiel – ich finde er sollte niemals wieder in der Öffentlichkeit genannt werden. Wenn die Menschen wirklich alle schrecklichen Details hinter seinen Taten wüssten… Sie glauben, es wäre einfach nur ein Hundekampf gewesen, aber was passiert denn auch nach den Kämpfen? Die Art und Weise, wie die verstümmelten Hunde dann noch getötet werden…

Genau. Und letzten Winter hat sich außerdem herausgestellt, dass Vick sogar die Haustiere seiner Familie in den Ring warf.
Das ist kein Mensch – das ist ein Sadist.

Dein Gesicht ziert unsere mobile Kastrationsklinik, die durch arme ländliche Gegenden in Virginia und North Carolina fährt. Die Menschen klatschen oft wenn sie dich auf dem Bus sehen und bringen uns dann ihre Hunde zum Impfen vorbei. Vielen Dank für deine Hilfe. Könntest du ein paar Worte an die Menschen richten, die kaum selbst genug zu Essen auf dem Tisch haben – warum sollte man auch in schweren Zeiten seinen Hund nicht vergessen?
Naja, ich finde, ein Leben ist ein Leben und ich respektiere wirklich die Tatsache, dass es für verwöhnte Stars wie mich leicht ist, andere zu belehren und manchmal verachte ich Leute wie mich richtig, weil wir nicht genug tun. Aber ich kann euch sagen, wenn man einem Tier Liebe gibt, dann kommt es tausendmal zu uns zurück. … Man erhält so viel, ich kann es gar nicht beschreiben. Ich würde PETA jederzeit helfen, wenn ich finanziell helfen kann, dann werde ich das tun. Wenn ihr eine Spende braucht, können wir das jederzeit veranlassen. Zögert niemals, mich danach zu fragen.

Wusstest du, dass sich viele deiner Kandidaten aus American Idol für die Tiere einsetzen? Carrie Underwood, Reuben Studdard und Kellie Pickler sind zum Beispiel alle Vegetarier und stehen auf PETAs “Sexiest Vegetarian” Liste. Neigst du manchmal dazu, zu Kandidaten nach ihrem Auftritt netter zu sein, wenn sie Tierfreunde sind?
Es ist seltsam, aber oft fühle ich mich diesen Leuten irgendwie verbunden. Bei Carrie war das auf jeden Fall so – in dem Moment in dem sie rein kam, spürte ich diese besondere Liebenswürdigkeit an ihr; ich glaube, dass das auch teilweise ihren Reiz ausmacht. Mir zeigt das einfach, dass man ein besserer Mensch ist. Es überrascht mich also um ehrlich zu sein gar nicht, das alles zu hören. Ich werde versuchen, dass weiter voran zu treiben. Wir setzen es auf den Fragebogen!

*Anmerkung: Michael Vick ist professioneller American Football-Spieler und wurde im Jahr 2007 unter anderem wegen der Durchführung illegaler Hundekämpfe angeklagt. Vick hatte auf seinem Grundstück Hunde gezüchtet und abrichten lassen.

Freitag, 22. Mai 2009

Vorsicht an heißen Tagen


Es ist jedes Jahr das gleiche Spiel und doch musste ich auch in diesem Jahr bereits zahlreiche Meldungen über Hunde lesen, die einen qualvollen Tod in einem heißen Auto fanden. Es ist schrecklich, dass viele Menschen die Gefahren der Frühlings- und Sommerhitze noch immer nicht ernst genug nehmen und ihren Vierbeinern so großen Schaden zufügen, der sogar bis zum Tod führen kann.
An Ostern starben drei Hunde in einem völlig überhitzen Auto am Europapark Rust, weil sich ihre "Besitzer" einen schönen Tag im Freizeitland gönnen wollten. Erst diese Woche starb ein Hund in einem Auto in Nürberg, nachdem er noch verzweifelt seinen Kopf immer wieder gegen die Scheibe geschlagen hatte! Mir dreht sich jedes Mal der Magen um, wenn ich solche Meldungen lese und an die Tiere denke, die dort so einsam einen grauenvollen Tod finden.
Deshalb hier noch ein paar Tipps, wie der vierbeinige Freund zusammen mit Ihnen die heißen Tage gut übersteht:

- Um den Hund vor einem Hitzeschlag zu schützen, sollten Sie immer für genügend Schatten und Wasser für den Vierbeiner sorgen. Kommt der Hund mit an den Strand, kann man ihm so mit einem Sonnenschirm oder einem selbstgebauten „Zelt“ aus Stühlen und einem Handtuch Schatten spenden. Achtung: auch Hunde können einen Sonnenbrand bekommen, insbesondere an Körperstellen mit wenig Haaren wie Nase, Augen und Ohren. Wenn die Sonne hoch steht, kann sich der Sand extrem aufheizen und dem Hund die Pfoten verbrennen. Hundefreunde sollten ihren Begleiter also nur an Tagen mit an den Strand oder auf große Ausflüge nehmen, die nicht zu heiß sind.

- Generell gilt es, den Hund niemals im Auto zu lassen, sofern dieses über keine Klimaanlage verfügt, auch nicht nur für einen „kurzen Augenblick". Da Hunde nicht schwitzen, sondern nur hecheln, können sie binnen weniger Minuten an einem Hitzschlag sterben oder irreparable Hirnschäden davontragen. Das Innere eines Fahrzeuges kann sich – selbst bei leicht geöffneten Fenstern – an heißen Tagen schnell auf bis zu 70°C erhitzen. Fällt einem ein Auto auf, in dem ein Hund eingesperrt ist, muss unverzüglich nach dem Besitzer gesucht oder, sollte dieser nicht schnell aufzufinden sein, die Polizei gerufen werden. Wenn der Hund den Anschein erweckt, als ginge es ihm bereits sehr schlecht, sollten Sie in Betracht ziehen, die Scheibe einzuschlagen. Denn was ist schon wichtiger: einer möglichen Anzeige aus dem Weg zu gehen oder das Leben eines Tieres zu retten?

- Sind bei einem Hund Warnsignale einer Überhitzung zu erkennen, wie schweres Hecheln, schneller Puls oder eine tiefrote bis lila Zunge, müssen Sie schnell handeln. Das Tier muss wenn möglich in einen klimatisierten Bereich, zumindest aber in den Schatten gebracht werden. Es sollte jedoch nicht unbegrenzt Wasser erhalten, sondern lieber behutsam in kühles Wasser getaucht werden und die Möglichkeit haben, an Eiswürfeln zu schlecken. In jedem Fall sollte der tierische Begleiter umgehend zum Tierarzt gebracht werden, wenn der Verdacht auf Überhitzung besteht.

Bitte klären Sie auch befreundete Hundehalter über die Gefahren der Hitze auf und halten Sie die Augen offen - das Leben eines Hundes könnte davon abhängen!

Mittwoch, 13. Mai 2009

Eine Autofahrt zum Heulen

Wir freuen uns, diese Woche wieder einen Beitrag von Hundeexperte Martin Rütter veröffentlichen zu dürfen. Mit diesem Eintrag bleibt Ihnen noch genug Zeit zum Üben, bis es mit dem Vierbeiner in die Sommerferien geht!

Foto: M. Grande

Viele Hunde bellen oder jaulen während der Autofahrt. Dies ist nicht nur störend für den Autofahrer und alle Mitfahrenden, es kann sogar gefährlich werden, wenn der Lautstärkepegel so ansteigt, dass sich der Fahrer nicht mehr richtig konzentrieren kann.

Viele Hunde jaulen während der Autofahrt, weil sie es einfach nicht ertragen können, dass sie nicht beachtet werden. Normalerweise beschäftigt sich der Mensch den ganzen Tag immer wieder mit seinem Hund, spricht pausenlos auf ihn ein und liest ihm jeden Wunsch sozusagen von den Lippen ab. Und nun soll er einfach im hinteren Bereich des Autos warten, der Mensch konzentriert sich auf den Verkehr und beachtet den Hund nicht. Diese Ignoranz ist der Hund nicht gewohnt. Und so fängt er an, auf sich und seine Wünsche aufmerksam zu machen. Anfangs erfolgt dies durch ein leises Fiepen, später kann es sich zu einem fordernden Jaulen mit einzelnen Belllauten zwischendurch steigern. Und was macht der Mensch? Anfangs versucht er den Hund noch zu beruhigen. Sätze wie: „Nun warte doch, wie sind ja gleich da!“ oder „ Wir fahren ja zur Hundewiese, es dauert nicht mehr lange!“ sind nur zwei Beispiele dafür. Der Hund lernt aber dadurch, dass er mit seinem Verhalten etwas erreicht hat. Der Mensch hat zwar nicht angehalten, um sich ganz um seinen Hund zu kümmern, aber er hat zumindest auf die Unmutsäußerung des Hundes reagiert. Die Folge davon ist, dass der Hund seiner Forderung immer lauter und deutlicher Ausdruck verleiht. Und wenn dann auch noch genau im Moment der lautstärksten Äußerung der Mensch sein Ziel erreicht hat, anhält und mit dem Hund zu einem Spaziergang aufbricht, denkt der Hund, dass sein Verhalten genau richtig war: Er hat erreicht, was er wollte.

Daher muss man in einem solchen Fall den Hund vollkommen ignorieren. Man darf ihn nicht ansehen, nicht ansprechen und schon gar nicht anfassen und streicheln, denn jede Reaktion des Menschen würde den Hund in seiner Auffassung bestärken! Selbst ein Schimpfen mit dem Hund ist da letztendlich nichts anderes als eine Reaktion auf die Wünsche des Hundes, eine Form der Aufmerksamkeit! Beim Training legt man dann zwischendurch auch Fahrpausen ein, in denen wiederum nichts passiert. Der Mensch kann sich z.B. ein Buch oder eine Zeitung mitnehmen und gemütlich im Auto sitzen bleiben und lesen. Wenn sich der Hund nun nach einer Zeit gemütlich hinlegt, fährt man wieder los und beendet das Training. Der Hund wird nach der Pause also nicht etwa aus dem Auto geholt, um etwas mit ihm zu unternehmen. Dann würde es ihm nämlich von Mal zu Mal schwerer fallen, zu entspannen, da er weiß, dass bald etwas Tolles passieren wird. Und wer kann da schon entspannt liegen bleiben?

Auch bei der Ankunft zu Hause darf der Hund erst aussteigen, wenn er vollkommen ruhig ist. Jammern darf nie belohnt werden! Wichtig ist bei diesem Training also, dass der Hund nicht ein einziges Mal in seinem Verhalten bestärkt werden darf. Denn wenn der Mensch es nur einmal eilig hat und der Hund aus dem Auto aussteigen darf, obwohl er noch jammert, wird sich das Verhalten noch stärker zeigen, als vor dem Training. Dann wirkt nämlich das Prinzip der variablen Verstärkung: Ein Verhalten, das nicht immer sondern unregelmäßig belohnt wird, führt dazu, dass der Hund dieses Verhalten immer öfter zeigen wird. Denn er weiß ja nie, wann es sich wieder einmal lohnt!

Weitere Infos von und über Martin Rütter sowie seine aktuellen Tour-Termine finden Sie unter: http://www.ruetters-dogs.de/

Mittwoch, 6. Mai 2009

Hunde mit Handicaps

Dies ist ein Gasteintrag von Gesa Koch-Weser der Online-Community "Hallo Hund". Vielen Dank für diese interessanten Anregungen!

Schwerhörigkeit oder Taubheit bei Hunden wird entweder durch Erkrankungen, oder den Verschleiß der Sinneszellen im Ohr hervorgerufen. Mit zunehmendem Alter verlieren Hunde die Haarzellen und so ist es kein Rätsel, dass alte Hunde oft schwerhörig oder taub werden. Einige Hunderassen leiden an erblich bedingter Taubheit, dazu gehören u.a. der Dalmatiner, der Australian Cattle Dog und der Jack Russell Terrier.

Wie bemerke ich, dass mein Hund schwerhörig oder taub ist?
Wenn Sie bemerken, dass Ihr Hund nicht mehr auf Kommandos oder Rufe reagiert, wenn er Sie nicht gleichzeitig sehen kann, sollten Sie gezielt Hörtests durchführen. Klatschen Sie in die Hände oder pfeifen Sie, um auf sich aufmerksam zu machen. Klappern Sie mit der Futterschüssel, schütteln Sie die Leine oder quietschen Sie mit seinem Lieblingsspielzeug. Natürlich darf Sie der Hund dabei nicht beobachten können. Reagiert er auf all dies nicht, stellen Sie ihm unbedingt Ihrem Tierarzt vor – er wird die Schwerhörigkeit oder Taubheit diagnostizieren und bei vorliegenden Erkrankungen eine Behandlungsmöglichkeit finden.

Kommunikation mit dem tauben Hund
Mit einem tauben oder schwerhörigen Hund kommunizieren Sie über Handzeichen. Zeigen Sie ihm, was Sie von ihm erwarten und wenden Sie dabei die Handzeichen an. Viele Hundebesitzer arbeiten auch mit ihrem hörenden Hund mit Handzeichen.

Die Handzeichen können Sie sich selbst ausdenken, hier sehen Sie drei Beispiele der Zeichen für "Bleib", "Hier" und "Platz":







Wenn Ihr Hund im Alter taub geworden ist, bedeutet das für Sie eine Umstellung. Sie können Ihren Hund nicht mehr rufen, wenn er in die falsche Richtung läuft sondern müssen immer direkt auf ihn zugehen um ihn mit Berührungen „abzuholen“. Im Umgang mit anderen Hundehaltern erfordert ein tauber Hund ein dickes Fell. Viele Menschen werden sich darüber aufregen, dass Sie Ihren Hund nicht zu sich rufen – sie wissen ja nicht, dass er nichts hört.

Einige Besitzer tauber Hunde trainieren ihren Hund durch Lichtzeichen mit einer Taschenlampe oder durch Vibrationshalsbänder, die auf Knopfdruck – nämlich dann, wenn der Besitzer auf sich aufmerksam machen möchte – vibrieren (Achtung: Keine Sprüh- oder Elektrohalsbänder! http://petasdogblog.blogspot.com/2008/03/kpfchen-statt-knpfchen.html). Was für Sie und Ihren Hund das Richtige ist, werden Sie selbst herausfinden.

Auch wenn ein tauber Hund viel Geduld und Zeit kostet – die Liebe die er seinen Menschen täglich schenkt, unterscheidet sich nicht von der, eines hörenden Hundes. Die Wünsche eines tauben Hundes sind die gleichen, wie die eines gesunden: Ein liebevolles Zuhause mit Menschen, die es ihm ermöglichen, ein langes und glückliches Leben zu führen.



HalloHund ist eine lebendige Hundecommunity mit großem Forum und vielen Berichten über Gesundheit, Erziehung, Tierschutz und das Leben mit dem Hund.

Donnerstag, 30. April 2009

Wie der Obama'sche Wasserhund doch noch Leben retten könnte

Wenn die Amerikaner doch nur einen "First Dog" wählen könnten... Sicher hätte jeder, der bereits das Glück hatte, sein Leben mit einem geretteten Hund zu teilen und zu entdecken, wie einzigartig, liebenswert und clever er doch war, für einen Hund aus dem Tierheim für das Weiße Haus gestimmt. Doch stattdessen ist der erste Hund der Nation nun ein unglaublich süßer aber doch absichtlich gezüchteter 6-Monate alter portugiesischer Wasserhund, der den Obamas von Senator Ted Kennedy geschenkt wurde.

Was daran verkehrt sein soll?

Naja, nicht alles. Natürlich hätte die Präsidentenfamilie die einmalige Chance nutzen können, der Welt zu zeigen, dass sie einen ungewollten Hund aus dem Tierheim zu sich nehmen. Doch unsere Kollegen aus den USA (und natürlich auch wir) waren schon froh zu hören, dass "Bo" nicht noch für eine Flut an ungewollten Nachkommen sorgen wird.

Bo wurde bereits kastriert - eine Tatsache, die man in jedem Land der Welt lautstark verkünden sollte. In den USA könnten die Obamas durch die Kastration ihres Hundes anderen Menschen ein Vorbild sein und so gegen die Überpopulation an Hunden und Katzen vorgehen, der dort Jahr für Jahr über 4 Millionen Tiere zum Opfer fallen, indem sie auf Kosten der Steuerzahler eingeschläfert werden müssen.

Schon seit Jahren drängen zahlreiche Tierschutzorganisationen und Tierheime die Halter von Hunden und Katzen darauf, ihre Tiere kastrieren zu lassen. Neben Vorteilen wie der Reduzierung einiger Krebsarten, werden so nicht noch mehr ungewollte Tiere geboren, die möglicherweise jahrelang - oder sogar ein Leben lang - auf ein neues Zuhause warten.

Im Hinblick auf die USA, haben unsere Kollegen unzählige Bitten ausgesandt, um den Menschen begreiflich zu machen, dass auch "nur ein Wurf" den Tod für Katzen und Hunde im Tierheim bedeutet. Sie haben versucht, den Menschen zu zeigen, wie das Kastrieren seiner Tiere sogar Steuergelder einspart, die anderenfalls darauf verwendet würden, heimatlose Tiere einzusammeln, sie ins Tierheim zu bringen und sie dort schlussendlich einzuschläfern.

Doch - wie auch hierzulande - funktioniert es einfach nicht. Wie auch in Deutschland findet man in den USA in jeder Zeitung unzählige Angebote à la "Welpen kostenlos in gute Hände zu vergeben". Zwielichtige Züchter schalten Anzeigen, um den schnellen Dollar aus "Rassehunden" zu machen. Wann immer eine Rasse in Mode kommt - wie derzeit der portugiesische Wasserhund - sehen Massenzüchter ihre Chance, die Nachfrage der Menschen zu stillen, ohne an die Konsequenzen zu denken.

Diese "Modetiere" nehmen nicht nur den Tieren im Tierheim die Chance auf eine Vermittlung, viele von ihnen landen irgendwann auch selbst dort, wenn ihre Familien einsehen, dass sie nicht genügend Zeit oder Geld für ihre neuen Sprösslinge haben. Allen voran würde der portugiesische Wasserhund noch vor dem Frühstück am liebsten gleich einen ganzen Marathon laufen - für vielbeschäftige Personen ist er wohl kaum ein geeigneter Gefährte.

Hunde zu züchten ist schlichtweg verantwortungslos. Doch die Züchter werden solange weiterzüchten, bis es keine Nachfrage mehr gibt. Traurigerweise stammen in den USA derzeit nur 10% aller in Familien lebenden Hunde aus dem Tierheim.

Deshalb bitte: wenn Sie Hunde wirklich lieben - und nicht nur den Gedanken, einen besonders hübschen Vierbeiner zu "besitzen" - dann gehen Sie in Ihr örtliches Tierheim und geben Sie einem heimatlosen Hund eine zweite Chance. Zwar bin ich ein ausgesprochener Fan von Mischlingen jeder Art, aber auch wenn Sie nach einem bestimmten Hund suchen, werden Sie sicherlich in einem Tierheim oder bei einer Tierschutzgruppe fündig.

Ist der Vierbeiner dann bei Ihnen eingezogen, zögern Sie bitte nicht, ihn oder sie kastrieren zu lassen, um nicht noch zu dem Problem beizutragen. Natürlich können wir die Überpopulation nicht über Nacht abschaffen, aber, wie Herr Obama wohl sagen würde: "Yes, we can" - wenn wir uns alle an ein paar einfache Regeln halten.

Donnerstag, 23. April 2009

Bindung

Dies ist ein Gasteintrag von Hundeexpertin und Autorin Clarissa von Reinhardt - vielen lieben Dank! www.animal-learn.de


Auch so ein Wort, das dem ambitionierten Hundehalter auf Schritt und Tritt begegnet, wobei diese Bindung natürlich „gut“ sein soll. Kein Fachbuch, kein Erziehungsvideo, kein Vortrag, bei dem es nicht um die gute Bindung des Hundes zu seinem Menschen geht.

Dabei fällt mir auf, dass es dabei immer um eine einseitige Beziehung zu gehen scheint. Der Hund soll eine gute Bindung an seinen Menschen haben. Aha. Und wie ist das mit der guten Bindung des Menschen zu seinem Hund? Eine Beziehung sollte niemals einseitig sein, schon gar nicht, wenn man sich zum Ziel setzt, eine aufrichtige und gute Beziehung zu führen. Bevor wir also eine gute Bindung unseres Hundes zu uns anstreben, sollten wir kurz innehalten und uns fragen, wie es eigentlich um unsere Bindung zu unserem Hund bestellt ist. Welche Rolle spielt er in unserem Leben? Welche darf er spielen? Warum haben wir ihn bei uns aufgenommen oder „angeschafft“, um ein unschöneres Wort zu verwenden. Anschaffen tut man normalerweise Dinge, nicht Partner... warum also? Nicht immer ist bei ehrlicher Stellungnahme die Suche nach einer von gegenseitigem Respekt getragenen Beziehung zweier unterschiedlicher Lebewesen die Antwort. Menschen schaffen sich Hunde an, um ihr Ego zu befriedigen, um Geld mit ihnen zu verdienen, sich der Natur ein Stück verbundener zu fühlen oder sie für sich arbeiten zu lassen. Letzteres wäre übrigens an sich gar nicht verwerflich, wenn die Hunde trotzdem respektvoll und ihrer Art so gerecht wie möglich gehalten würden – was aber leider nur äußerst selten der Fall ist. Aber trotzdem erwarten wir von unseren Hunden ganz selbstverständlich, dass sie eine gute Bindung zu uns haben sollen.

Diese gute Bindung wird dann daran gemessen, wie gut der Hund seine Kommandos befolgt. Immer wieder höre ich Trainer zu Kunden sagen, ihr Hund hätte eine ganz schlechte Bindung an sie, weil er beim ersten oder zweiten Mal rufen nicht kommen würde. Was für ein Quatsch! Was hat denn eine gute Bindung mit der Frage zu tun, ob ein Hund seine Kommandos befolgt???

Ich kenne viele Hunde, die super gehorchen, alle Kommandos sofort und richtig ausführen – und ihre Menschen fürchten. Und ich kenne viele Hunde, die ihre Menschen wirklich lieben – aber sich nicht im Geringsten um deren Anweisungen scheren. Das eine hat mit dem anderen nichts, oder zumindest nur sehr wenig zu tun. Ein Beispiel: Nehmen wir an, Sie würden in einem Betrieb arbeiten und Ihr Chef gibt Ihnen eine Arbeitsanweisung. Sie erledigen diesen Auftrag sofort und gut. Sagt das etwas darüber aus, ob Sie Ihren Chef mögen? Nein. Es könnte sein, dass Sie einfach der Typ Mensch sind, der Befriedigung darin findet, an ihn gestellte Arbeitsaufgaben gut und schnell zu erledigen. Es könnte aber auch sein, dass Sie den Auftrag nur deshalb so zuverlässig und zur vollsten Zufriedenheit Ihres Arbeitgebers erledigt haben, weil der ein Tyrann ist, der sonst seine Launen an Ihnen auslässt. Betrachten wir es auch noch anders herum. Nehmen wir an, der Auftrag blieb tagelang liegen und erst als Ihr Chef sie mehrfach und schließlich nachdrücklich erinnert ihn zu erledigen, tun Sie Ihre Arbeit. Heißt dies, dass Sie Ihren Chef nicht mögen? Nein, nicht unbedingt. Vielleicht finden Sie ihn sogar ausgesprochen nett, aber Sie haben einfach keine Lust, diese Aufgabe zu erledigen oder Sie wissen nicht, wie Sie es anpacken sollen.

Ich denke manchmal, dass es vielen Hunden ähnlich ergeht. Wir erwarten alles Mögliche von Ihnen und machen ihre „Dienstbeflissenheit“ zum Gradmesser ihrer Zuneigung zu uns. Dabei verhalten wir uns dann oft auch noch so, dass sie die Aufgabe nicht lösen können, oder sie haben noch gar nicht verstanden, worum es geht.

Ich will Ihnen ein Beispiel dafür nennen. Vor einiger Zeit gab ich einen Workshop zum Thema „Tricks und Spiele“, an dem auch ein Mann mit seinem großen, sechsjährigen Mischlingsrüden teilnahm. Die an dieses Team gestellte Aufgabe bestand darin, dass der Mann einen Kong für den Hund verstecken sollte, den dieser dann suchen und – nachdem er ihn gefunden hat – zu seinem Menschen tragen sollte. Der Hund sah zu, wie der Mann in Richtung eines großen Baumes ging, dort irgendwo den Kong versteckte und zurück kam. Dann durfte der Hund loslaufen und suchen. Er sauste mit hoher Motivation los, fand den Gegenstand nach kurzem Suchen, rannte zurück in unsere Richtung, verlangsamte kurz, als er nur noch ca. 20 Meter von uns entfernt war und brachte dann den Kong – zu mir. Wir wiederholten die Übung und wieder brachte der Hund mir den gefundenen Gegenstand, nicht seinem Herrchen. Der zuckte nur die Schultern und sagte, er kenne dieses Verhalten schon, immer bringe der Hund Dinge zu jedem anderen, aber niemals zu ihm. Selbst dann nicht, wenn er ihn freundlich auffordernd darum bat. Er habe halt eine schlechte Bindung zu ihm und er wisse einfach nicht, wie er diese noch verbessern könne. Ich dachte nach. Das sonstige Verhalten des Hundes ließ nicht auf eine schlechte Bindung schließen. Setzte sich sein Herrchen zum Beispiel irgendwo hin, kam der Hund und setzte oder legte sich neben ihn. Meistens hielt er dabei sogar Körperkontakt, indem er sich an ihn anlehnte oder seine Pfote auf dem Schuh seines Herrchens ablegte. Wenn die beiden spazieren gingen, blieb der Hund in der Nähe und hielt regelmäßig Blickkontakt. Er forderte ihn sogar zum spielen auf, indem er ihn übermütig mit der Schnauze anstupste. Das alles passte nicht zu der Idee einer schlechten Bindung. Aber der Hund wollte seinem Menschen eindeutig nicht Dinge bringen, selbst wenn sein Herrchen diese extra für ihn ausgelegt hatte, obwohl er mit offensichtlicher Begeisterung loslief und diese auch stolz trug, wenn er sie gefunden hatte. Es musste also an etwas anderem liegen. Es musste etwas sein, was ganz genau mit dieser Situation zu tun hatte und den Hund davon abhielt, mit einem Gegenstand zu seinem Herrchen zu gehen, obwohl dieser nicht streng war, was ja manche Hunde davon abhält, zu ihren Menschen zu kommen. Interessant war noch, dass der Hund zuverlässig auf Zuruf kam – solange er nichts im Fang hatte. Nach einigem Ausprobieren fand ich heraus, woran es lag und es hatte rein gar nichts mit der Bindung des Hundes an seinen Menschen zu tun. Der Mann freute sich derartig, wenn der Hund ihm doch mal etwas brachte, dass er ihn dann immer am Kopf hielt, diesen vor Begeisterung ganz doll durchwuschelte und den Hund dabei fest an sich drückte. Das war es! Der Hund konnte das einfach nicht ausstehen. (Was ich übrigens gut verstehen kann, denn wenn mich jemand ganz fest an sich drücken und dabei meine Haare zerwuscheln würde, wäre ich auch nur wenig begeistert.) Ich erklärte dem Mann also, dass er sich anders verhalten müsse und gab ihm den Tipp, den Hund leise und ruhig zu loben und ihn an der seitlichen, ihm zugewandten Körperseite zu streicheln. Den Kopfbereich solle er dabei ganz aussparen. Seit er das so macht, bringt sein Hund ihm alle Gegenstände.

In Zusammenhang mit dem Begriff der guten Bindung gibt es übrigens ein interessantes Phänomen. All diese vielen Bücher und Videos, all die vielen Ermahnungen der Trainer, dass sie unbedingt da sein müsse, sonst würden auch die besten Trainingstipps und Tricks nichts helfen... und kein einziger Hinweis darauf, wie wir Menschen uns diese gute Bindung überhaupt erarbeiten können. Wie gewinnen wir denn das Vertrauen unseres Hundes? Wie erreichen wir, dass er sich uns freiwillig anschließt und gern mit uns zusammenarbeitet? Sicher nicht darüber, dass wir ihn ständig mit Kommandos und Verboten bombardieren.

Freitag, 17. April 2009

Biggis Rettung


"Hundewelpen kauft man beim Züchter. Nur dort bekommt man einen gesunden, verhaltensgerecht aufgewachsenen, problemlosen Hund."

Das meinen zumindest die meisten Welpenkäufer und suchen im Kleinanzeigenteil der regionalen Zeitungen oder im Internet nach einem – möglichst kostengünstigen – neuen Familienmitglied. Doch gerade dort tummeln sich aber auch immer mehr miese Geschäftemacher.

Die Gefahr über ein Welpeninserat an einen unseriösen Züchter oder Händler zu geraten, ist heute größer denn je. Denn zu gut läuft das Geschäft mit der Ware Hund. Gerade der Markt für Mischlingswelpen ist in den letzten Jahren enorm gewachsen. Denn bei vielen Interessenten liegt die finanzielle Schmerzgrenze so zwischen 200 – 300 €. Für dieses Geld findet man ein riesiges Angebot an Welpen mit ungewisser Herkunft. Viele Züchter wollen so wenig wie möglich investieren, um einen maximalen Gewinn zu erzielen. Dass dabei das Tier auf der Strecke bleibt, liegt auf der Hand.

Immer mehr "Opfer" solcher Machenschaften melden sich bei uns und berichten von ihren Erfahrungen. Welpen, die kurz nach dem Kauf krank geworden sind oder sogar verstarben sind keine Seltenheit. Auch schildert man uns immer wieder von Verhaltensstörungen, die auf die mangelnde Sozialisierung und Prägung im Welpenalter zurück zu führen sind. Oft gibt es nicht mal einen Kaufvertrag. Und nicht selten sind die Impfpapiere gefälscht oder gar nicht vorhanden.

Zusammen mit Susanka Bersin, Moderatorin bei bigFM machten sich zwei unser Mitarbeiter auf den Weg ins Ruhrgebiet, um dort einen dieser Züchter mit versteckter Kamera zu überführen...

Sehen Sie die Videoaufnahmen unter www.peta.de/web/biggi.2159.html
und lesen Sie den gesamten Bericht unseres Mitarbeiters Stefan!